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15 Nov

Viskose

Ein Liebkind der Modeindustrie. Auf Grund ihrer fantastischen Eigenschaften ist Viskose in vielen Bereichen einsetzbar. Ihre Herstellung – abgesehen von dem in Lenzing entwickelten Verfahren – jedoch ökologisch bedenklich.

Viskose wird zu den halbsynthetischen Chemiefasern gezählt, die man auch als Regeneratfasern bezeichnet. Sie besteht aus regenerierter Zellulose und kann als Filamentgarn oder als Spinnfaser produziert werden. Viskose wird hauptsächlich mittels des Nassspinnverfahrens hergestellt und in drei Verarbeitungsstufen erzeugt.

Herstellung einer Spinnlösung

Zellstoff, beispielsweise aus Buche oder Fichte, wird mit Natronlauge behandelt. Anschließend wird Schwefelkohlenstoff beigemengt und so entsteht die Grundmasse für die Viskosefasern. Holzabfallprodukte bilden die Basis für den verwendeten Zellstoff – es müssen keine Bäume dran glauben. Wirklich umweltfreundlich ist ausschließlich das in Lenzing entwickelte Verfahren. In Asien produzierte Viskose ist, was ihre Herstellung betrifft, ökologisch bedenklich.

Spinnen der Filamente

Die alkalische Spinnmasse wird durch Spinndüsen in ein Fällbad gedrückt. Die Feinheit des einzelnen Fadens hängt vom Durchmesser des einzelnen Düsenausgangs ab. Beim Fällbad handelt es sich um ein Schwefelsäurespinnbad, das Natriumsulfat (im Sättigungsbereich) und Zinksulfat enthält. Durch einen chemischen Neutralisierungsprozess koaguliert die regenerierte (zurückgebildete) Zellulose zu Filamenten. Sie werden aus dem Fällbad gezogen und bleibend gedehnt.

Nachbehandlung der gesponnenen Fäden

Die Filamente müssen intensiv gewaschen werden um Schwefelsäurereste zu entfernen, da sie die Zellulosefaser beim Trocknen zersetzen würden. Die Entschwefelung passiert durch Alkalisalze, anschließend erfolgt eine Bleiche. In Europa wird chlorfrei gebleicht. Um die Gleitfähigkeit der Fäden zu erhöhen, werden diese mit einer ölhaltigen Substanz überzogen. Die Fäden werden in Ballen, die zwischen 250 und 350 kg wiegen, gelagert.

Früher wurde Viskose auch als Reyon bezeichnet. Es gibt vielfältige Abwandlungen in der Nachbehandlung, die Auswirkungen auf die Eigenschaften und Einsatzgebiete der Filamente haben.

Hochgekräuselte Viskose Spinnfaser

Grundsätzlich sind die Fasern zu glatt, um sie etwa mit Wolle zu mischen, in der Nachbehandlung kann das revidiert werden.

Querschnittsmodifizierte Viskosefasern

Sind besonders saugfähig und werden zur Herstellung von Tampons genutzt.

Viskose Hohlfasern

Finden Anwendung bei Filtermaterialien.

Schwerentflammbare Viskosefasern

Aus ihnen wird Flammschutzbekleidung oder auch Sitzbezüge für öffentliche Verkehrsmittel hergestellt.

Farbfeste spinngefärbte Viskosefasern

Wird die Farbe vor dem Verspinnen direkt in die Faser eingebracht, erweist sie sich als besonders beständig und leuchtend.

Hochfeste Viskosefilamente

Diese Fasern werden für die Herstellung von Reifencord verwendet.

Hochnassfeste Viskosefasern

Dienen zur Erzeugung von Industrie- und Fördergurten.

Verwandte Produkte

 Dazu zählen Modal, Lyocellfasern und Cuprofasern, die meist in der Bekleidungsindustrie eingesetzt werden.

Griff und Optik können ähnlich wie die der Baumwolle, Seide oder Wolle sein. Viskose fühlt sich weich an, agiert atmungsaktiv und kühlend. Abgesehen davon wirkt sie feuchtigkeitsregulierend und weist eine hohe Saugfähigkeit auf. Sie ist robust, leicht und überzeugt durch einen fließenden Fall.

Ein weitläufiger Eisatzbereich ist die Modeindustrie. Hier wird auch gerne mit Baumwolle, Wolle und Leinen gemischt. Ein weiterer Vorteil der Viskose ist die hervorragende Farbaufnahme, die Farben wirken besonders strahlend.

Viskose lässt sich schonend in der Maschine mit 30 bis maximal 40 Grad waschen unter Verwendung von Flüssigwaschmitteln. Schleudern und eine weitere Behandlung im Trockner sollten vermieden werden. Die Viskose ist knitteranfällig, bei zu hohen Temperaturen neigt sie zum Eingehen. Bügeln sollte man Viskose im noch leicht feuchten Zustand mit niedriger Temperatur. Starken Flecken rückt man mit Gallseife zu Leibe.

„Fashion is not about clothes, it is about a look.“   (Carine Roitfeld, Journalistin, *1954)

Cora Cotton

Fotos wie immer von Pixabay!

Cora Cotton
Cora Cotton

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: cora.cotton@blog-mag.net

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