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19 Aug

Tuscany Hills 911 II

Einmal jährlich werfen wir uns, wie alle getreuen Champagner- Sozialisten in die Toscana. Als wir unsere Nachkommenschaft noch mit uns führten, hieß das Gepäck ohne Ende, riesige Autos – manchmal sogar Busse – und viel Gezänke unter den Kids. Hab ich schon erwähnt, dass ich froh bin, dass die erwachsen sind?

Secondo Stadio

Irgendwann auf der Höhe von Padua erwähnt der beste aller Chefredakteure „ die Radar-Strafen bezahlst du dann eh selber…“ – ich bremse etwas. Wie gewohnt treffen wir die Damen, die mit dem Seat Arona unterwegs sind auf der Raststätte hinter Bologna. Die nächste Etappe führt uns nach Florenz und dann weiter nach Siena. Von dort auf der Landstraße nach Sovicille, dem Ort in dessen Nähe unsere Villa liegt.

Das zieht sich dann doch noch etwas – der beste aller Chefredakteure hat wieder das Steuer übernommen und wir nehmen die Route Panoramica, das ist jener Teil der Apennin-Autobahn, der vor engen steilen Kurven nur so strotzt. Die reine Freude – ich unterdrücke meine Angstschreie, wenn er mit 160 km/h durch eine Haarnadelkurve schweißt. „Mein Leben ist qualvoll und wahrscheinlich viel zu bald vorbei“, denk ich mir als ich die Tachonadel auf einer kurzen Geraden – rechts von mir die Schlucht – auf 240 km/h ausschlagen sehe.

… und irgendwann gegen 14h, nachdem wir noch ein wenig durch die Pampa geirrt sind, finden wir dann auch unsere Villa. Gärtner Rino informiert uns mit Händchen und Füßchen, dass Guido, unser Vermieter erst um 16h aus Siena eintreffen wird. Ok, sagen wir uns, dann geh ma halt was trinken. Und wir werden auch fündig, in Form des Ristorante La Compagnia. In typisch toskanischer Manier ignoriert uns der Kellner erstmal, aber nach ein bissl deppart Schmäh fiarn, erwärmt er sich für uns und wird unser neuer bester Freund. Mehrere Flaschen Prosecco und ein paar Crostini mit großzügigem Schmattes helfen ebenfalls.

La Compagnia wird unser Stammlokal werden. Fantastische Calamari Fritzi und ein exzellentes Tuna-Tartare lassen nichts zu wünschen übrig. Diese zwei Speisen esse ich übrigens den Rest der Woche. Zurück in die Villa, sie ist nur fünf Minuten mit dem Auto entfernt und Guido ist auch schon da um uns alles zu zeigen.

Das Anwesen ist fantastisch! Großzügig angelegt, gepflegt, mit olympic-sized Pool und Helicopter Landeplatz, könnte man auch für einen Mini-Palio verwenden, es hat den Charakter eines winzigen Dorfes mit einem zentralen Patio. Überall blühen Blumen, es gibt sogar einen Gemüsegarten, aus dem wir uns bedienen können, einen gemauerten Grill und Pizzaofen, mehrere Kühlschränke und eine Tiefkühltruhe (sehr wichtig, damit der Prosecco klirrend kalt ist und genügend Eiswürfel vorhanden sind) und viele andere Annehmlichkeiten.

Der beste aller Chefredakteure, er ist von Natur aus eher blass, okkupiert sofort das Poolhäuschen, das fortan als „Casa Pietro“ bezeichnet wird. Es gibt auch noch ein Häuschen für die Handtücher, selbstverständlich mit Waschmaschine und Wäscheleinen, sowie ein Pool-Badezimmer. Der beste aller Chefredakteure ist entzückt über die Tiefgarage, wo er den Porsche sicher verwahren kann.

Etwas später treffen noch weitere Freunde ein, sie kamen mit dem Flugzeug und in weiterer Folge einem gemieteten Fiat Cinquecento – „very italian!“ Il Dottore mit Gattin und Sohn. Der Einkauf steht an, wir wurden informiert, dass es in einem nahegelegenen Ort namens Rosia einen großen Supermercato gäbe, den suchen Il Dottore, Sohn und ich auf. 4 ½ große Einkaufswagerln und 360 Euro später, stopfen wir alles in den Fiat 500 – Porsche 911 eignet sich weniger für Großeinkäufe – der sich als Raumwunder entpuppt und gurken wieder zurück in die Villa. Die Zurückgebliebenen verstauen unter dem strengen Regiment von Dr. General alles ordnungsgemäß und es ist Zeit für mehrere Drinx.

Heißt, wir hängen in der Spätnachmittagssonne am Pool rum, stopfen uns mit Chips voll und genießen „Prosecco on the Rocks“ in Weißweingläsern, die einzige Art ihn zu trinken. Wahlweise kann man sich auch für Gin Tonics entscheiden. Dr. General ordnet an, dass es aus traditionsgründen wie jedes Jahr Antipasti und anschließend Pasta Pomodoro zum Dinner zu geben hat. Niemand wagt es zu widersprechen. Ich bin GSD immer vom Küchendienst befreit und darf nur niedrige Arbeiten ausführen, da ich mich schon vor Jahren als „Idiota in Cucina“ geoutet hab.

„To sit on a ranch horse that’s been broken in, it’s like getting in a Porsche.“    (Sam Shepard, amerik. Schauspieler und Drehbuchautor, 1943 – 2017)

Elvira Trevira – Please hang on!

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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