Featured Posts

The winner is: Urban Decay!
Liebe LeserInnen, gleich zu Beginn: Ihr könnt gewinnen, und zwar Lippenstifte von Urban Decay – und wie es funktioniert findet ihr am Ende des Posts raus!
View Post
Fashion Trends A/W 16/17
View Post
Vienna Fashion Week – Favorites
Die Vienna Fashion Week hat wieder begonnen, und wir stellen euch hier ein paar unserer Favoriten vor. Seid ihr diese Woche auch bei einer der Shows beim Museumsquartier dabei?
View Post
To top
6 Apr

Testosteronhölle

Die „Corona Plage“ gibt uns die Gelegenheit das Zusammenleben mit unseren Familien zu üben. Normalerweise trifft man sich morgens und abends, dazwischen geht jeder seiner Beschäftigung nach. Plötzlich picken wir wie Staubmilben aufeinander – das kann spannend sein.

Die letzten 21 Jahre habe ich mit drei Männern in einer Wohnung verbracht. Gut – zwei davon waren anfangs erst Babys, entwickelten sich danach aber unaufhaltsam zu pubertären Teenagern.

Mein Gatte, „der beste Chefredakteur von allen“, konnte sich nie wirklich daran gewöhnen, dass sich dieser Titel nur auf seine Redaktion bezieht und nicht auf die heimischen vier Wände. Ein schwieriger Lernprozess, der auch nach 22 Jahren noch nicht vollkommen abgeschlossen ist.

Sohn 1 verließ vor zwei Jahren fluchtartig das „Hotel Mama“, nachdem er sein Leben lang gezwungen war mit seinem jüngeren Bruder in einem 12 m2 großen Zimmer zu hausen. Er zog mit seiner Freundin in einen der Bobo-Bezirke. 24/7 auf 35 m2 mit der Angebeteten, was den Chefredakteur murmelnd sinnieren ließ: „Hoffentlich wird de net schwanger“.

Am Samstag vor dem „Shut Down“ bestand Sohn 2 darauf sich nochmals mit Freunden zu treffen, was den Chefredakteur dann doch erzürnte. Er zählt sich auf Grund seines Alters schon zur Risiko-Gruppe. Außerdem kann man ihm einen „hypochondrischen Streak“ nicht ganz absprechen.

In seiner bekannt präzisen Ausdrucksweise versuchte er seinem Sprössling die Gefahren der Ansteckung zu erläutern. Worauf dieser lakonisch entgegnete: “Alter… Dude, ich bin schon 18, du kannst mir gar nix verbieten.“ Während er sich in Richtung Ausgangstür begab, rief ihm Chefredakteur mit verzweifelt zitternder Stimme (ich konnte auch leises Hüsteln heraushören) nach: „Willst du, dass ich in drei Wochen tot bin?“ Das hat Sohn 2 wohl nicht mehr vernommen.

In solchen Situationen – dann wenn das Testosteron überhand nimmt und sich meine Östrogene zu kleinen zornigen Clustern formen – pflege ich mich mit einer Flasche Prosecco und einem Packl Zigaretten abzuschotten. So werden – man kennt das schon – epische Eskalationen verhindert.

Beschäftigungstherapie ist hier erforderlich. Hausarbeit bietet sich in diesem Fall wunderbar an. Daher werden auch die männlichen Mitglieder des Haushalts gezwungen, sich daran zu beteiligen. Chefredakteur wird beispielsweise genötigt zu saugen und Betten zu überziehen. Als Belohnung darf er dann auch das Altglas entsorgen: Socialising mit dem Altglas-Container.

Sohn 2 muss den Geschirrspüler ausräumen, sein Zimmer putzen und das Schuhregal in Ordnung bringen. Dafür darf er den Mist raustragen: Socialising mit der Restmülltonne. Ich hingegen spiele mit der Wäsche und reinige die Fugen im Badezimmer mit einem Zahnbürstchen. Aus heutiger Sicht werde ich knapp vor Ostern damit fertig sein.

Für nächste Woche habe ich die Reinigung der Küchenregale, das Waschen der Wohnzimmer-Vorhänge, Abtauen des Gefrierfachs, sowie die Neuordnung sämtlicher Dokumente und Unterlagen vorgesehen…

„After all it really is all of humanity that is under threat during a pandemic.“   (Margaret Chan, chin. Staatsbeamtin, *1947)

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

No Comments

Leave a reply