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10 Jan

Schallend gelacht!

Unlängst kam mir ein Artikel von Manfred Klimek unter, in dem er im “ brand eins“ Magazin über sein Verhältnis zur Bergwelt sinniert. Feinste Klinge, vor Sarkasmus und Ironie strotzend. Ich erlaube mir hier dieses journalistische Kleinod mit einigen persönlichen Anmerkungen zu ergänzen.

https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2015/selbstbestimmung/geht-nicht-in-die-berge

Text: Manfred Klimek

Illustration: Jan Robert Dünnweller

Magazin: brand eins

 

 

Auch ich stamme aus besagter Alpenrepublik, jedoch nicht aus der Gegend, wo stolze 3000er sich gegen den Himmel recken, sondern aus einem von niederschmetternder Tristesse heimgesuchten Mittelgebirgsgebiet, in dem die Berge nur knapp an der 2000m Grenze lecken. Das Gebiet wurde in den letzten Jahren einer „Red Bull“ Sanierung unterzogen und schimmert nun silberblau im gleißenden Sonnenlicht – wenn`s nicht gerade schüttet.

Besagte Gebirgerl tragen Namen wie Seetaler Alpen oder Niedere Tauern. Am Klang lässt sich schon erkennen wie unterprivilegiert sie im Gegensatz zur Nordkette sind. Nichts desto Trotz wurde ich schon als Kind genötigt, diese Armutszeugnisse des Tertiärs auf verschiedene Weisen zu bezwingen. Wir sprechen von den frühen und mittleren 1970er Jahren. Man startete gerade enthusiastisch die Natur zu vergewaltigen.

Des Sommers und des Herbstes scheuchte man mich diverse Almen hinauf – oben durfte ich ein hartes Ei und ein Wurschtbrot aus einer Blechdose – die stammte aus den 1950ern – verzehren, dazu bekam ich ein Sunkist – das war damals ganz neu und faszinierte durch seine pyramidenartige Form.

Des Winters zerrte man mich in einen nahegelegenen Ort namens Gaal – heute zu einem enormen Schigebiet angewachsen, das sich nun GaalaXi nennt – ganz hinten zwischen den Bergen – dort gab es einen Schlepplift – hier brachte man mir im zarten Alter von vier Jahren den Schilauf bei. Im gleichen Winter stellte man mich auf die Eislaufschuh. Die hatten anfänglich noch zwei Kufen pro Schuh, damit es mich nicht gleich auf die „Pappn“ haute.

In beiden Sportarten nur mäßig talentiert fristete ich so fortan mein winterliches Dasein. Der Spruch „Weg mit den Alpen – freie Sicht zum Mittelmeer“ übte damals schon einen gewissen Reiz auf mich aus. Das durfte man aber nicht laut sagen, sprechen wir doch von einer Zeit als Annemarie, die damals nur Pröll hieß – das Moser kam erst später dazu und ein gewisser Franz Klammer das Renngeschehen am Berg regierten.

Weg mit den Alpen

Hat in letzter Zeit vollkommen neue Bedeutung erlangt, denkt man an das geplante Mega-Projekt „Schigebietserweiterung und -zusammenschluss Pitztal-Ötztal“. Dort soll einfach ein Berg weggesprengt werden – er steht am falschen Platz und stört. 35.000 m3 Beton, Sprengung und Abtragung von etwa 750.000 m3 Gestein, Erde und Eis, mehr als 116 Fußballfelder permanenter Flächenverbrauch. Dazu muss man nichts mehr hinzufügen.

Zurück in die grauen 1970er. Der Lehrplan beinhaltete anscheinend, dass sich alle Schüler für wichtige Rennen im Chemiesaal einfinden und den „Helden der Pisten“ zujubeln mussten. Eine üble Erfahrung, speziell wenn man nicht zur sportlichen Elite des Gymnasiums zählte.

Ebenfalls ein Highlight waren Schulschikurse. Es geschah 1979 in Schladming – es war am Zielhang der Planai – ja da hams uns runtergestampert – dass meine Freundin Karin K. auf einer Eisplatte abgleitend in mich hineinschlitterte und sich beide Arme brach – sie hatte sehr zarte Knöchelein. Zur Strafe musste ich alles für sie mitschreiben – sechs Wochen lang, bis die Gipse entfernt wurden.

Genau in diesem Zeitraum wurde es auch ganz „en vogue“ viele Löcher in Berge zu bohren. 1978 wurden der Arlberg Tunnel und der Gleinalm Tunnel eröffnet – ein ganz neues Gefühl für Autofahrer – flux unterm Berg durch und schon war man in einer ganz anderen Welt.

Etwas später begann man Schischaukeln zu errichten. Die erfreuen Schifahrer auch heute noch – für einen Tagespass um ein Monatsgehalt kann man an einem Tag von Vorarlberg bis ins Burgenland schischaukeln – okay – ab St. Pölten muss man dann auf Langlaufschi umsteigen – aber das ist nur noch eine weitere „Challenge“ für den wahren Sportsgeist.

Lang werden wir auch nicht mehr herumschaukeln, da der Schnee immer weniger wird, aber auch dafür hat die gewiefte Tourismusindustrie und ihre getreuen Lakaien eine Lösung. Die alles rettende Schneekanone – oder auch „technische Schneeerzeugung“ genannt. Wasserleitungen die Berge rauf, auch von Nukleiden (Schneekerne) ist da die Rede. Ob da Chemie im Spiel ist konnte ich nicht so richtig rauslesen.

Ich freu mich schon, wenn das größte Gut dieses Landes – und das kann ja nur die Bergwelt sein – des Sommers grün besprayt wird. Aber bitte mit biologisch abbaubarer Farbe in Pantone Colour 354C – einem satten Smaragdgrün. Denn in der warmen Jahreszeit sind die Alpen leider keine Augenweide mehr – so viel braune Furchen. Fast schon ein bissl politisch.

Was sollten sich die 79 Millionen Touristen, die pro Jahr bei uns nächtigen denn außer der Berge sonst noch anschauen – ach ja, ein paar interessieren sich auch für die von der Bergbevölkerung als völlig überbewertet eingeschätzte Bundeshauptstadt. Hier muss man den Glam ebenfalls suchen.

Im Gegensatz zu Manfred Klimek habe ich es niemals in die Nobel-Schiorte – ich glaub, die befinden sich eh alle in der Schweiz und in Frankreich – geschafft. Wahrscheinlich mangelte es am Ehrgeiz. Essen ist mir persönlich nicht so wichtig, daher blieben mir die in Süddeutschland angesiedelten Nobelrestis auch erspart. Grundsätzlich jedoch konnte ich mich voll und ganz mit Manfred Klimeks Artikel identifizieren.

Allein seine Kritik am orangen Helm in Kombination mit den roten Bilzzard Firebirds – ich fuhr übrigens immer nur Atomic – irritierte mich. Vielleicht waren die Eltern damals von Valentino und Ungaro (letzterer gerade eben verstorben, trifft sich jetzt wahrscheinlich mit Karl) inspiriert – die mixten zu dieser Zeit knalliges Rot mit sattem Pink, schrillem Orange und verbrachen auch noch allerlei andere modische Missetaten.

„Plastic surgeons are always making mountains out of molehills.“   (Dolly Parton, amerik. Musikerin, *1946)

Elvira Trevira

Fotos: Wie immer Pixabay!

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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