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22 Mrz

Nachgedanke

Vor einiger Zeit mussten wir den „Weltfrauentag“ über uns ergehen lassen. Medial ausgeschlachtet bis zum Abwinken. Er erinnert mich übrigens ein wenig an den Muttertag – auch so eine Fake-Veranstaltung!

Wirklich irritiert war ich, als ich die Presse-Aussendung eines großen Konzerns las. Hier wird ein Trainingsprogramm gegen Belästigung von Frauen in der Öffentlichkeit gestartet mit der Unterstützung von namhaften NGOs. Gut so. Ein hehrer Ansatz. Es wird sicherlich auch vielen Frauen helfen, sich besser wehren zu lernen oder Hilfe anzufordern.

Ich persönlich habe aber immer den Eindruck, dass solche Unternehmungen – und damit meine ich nicht nur dieses spezielle Unterfangen, sondern beispielsweise auch die Debatte über (Gendern) „Söhne und Töchter“ in der Bundeshymne – dazu dienen, von den gravierenden Problemen abzulenken.

Gendern bringt mir persönlich gar nichts. Ich brauche es auch nicht um mich als Frau aufgewertet zu fühlen. Mir scheint häufig, dass es sich hier um Ersatzhandlungen dreht mit dem Beigeschmack – jö schau – wir tun eh soviel für euch Frauen.

Die eigentliche Frage aber ist, warum verdienen Frauen für gleiche Arbeit immer noch nicht gleich viel wie Männer? Warum stoßen wir ständig an die gläserne Decke? Frauenquote in Unternehmen? Frauen in Spitzenpositionen? Warum sind die Pensionen der Frauen beispielsweise hier in Österreich um 39% niedriger als die der Männer?

Richtig – wir kriegen die Kinder – wir sind auch ziemlich damit beschäftigt sie aufzuziehen, arbeiten aus diesem Grund häufig nach dem Wiedereinstieg nur Teilzeit. Nach Jahren der Aufzucht und Hege ist unser Kollektiv so hoch, dass jedes Unternehmen zurückschreckt, uns wieder Vollzeit arbeiten zu lassen. Ein großer Teil der Hausarbeit fällt zu unseren Lasten. Wohlgemerkt sind Kinderbetreuung und Haushalt zwei unbezahlte Jobs.

Männer gehen seltener in Karenz, da sie von Beginn an mehr verdienen und es für das Familieneinkommen finanziell von Vorteil ist, wenn das höhere Gehalt in Anspruch genommen wird. Bei kranken Kids steht natürlich auch Frau Mutter auf der Matte um den Pflegeurlaub zu beanspruchen. Beliebt bei Arbeitgebern.

Ich erinnere mich noch als es um die Fristenlösung ging und tausende Frauen demonstrierten – und letztendlich wurde uns das Recht auf Abtreibung zugestanden. Wir haben uns hier in Österreich in den letzten Jahren immer mehr vom Sozialstaat in Richtung Vollkapitalismus entwickelt, uneingeschränkt unterstützt von der Politik.

Nachdem Unternehmen ansagen und immer noch wir Frauen die Kinder kriegen, was uns aus rein biologischen Gründen einen Nachteil verschafft, sehe ich hier kaum einen Silberstreifen am Horizont. Aber vielleicht liege ich falsch. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

„I realized that women’s liberation is men’s liberation, too.“   (Warren Farrell, amerik. Autor, *1943)

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay

Elvira Trevira
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Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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