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29 Jun

Motel Tout Vienne 57

Wien muss man sich verdienen, diese Stadt schenkt dir nichts. Der Weg ins Paradies führt durch sämtliche Bezirke. Das Gras ist in Wien auch nicht grüner, aber irgendwann hast du dir die Stadt geholt – so please take me home to Paradise City!

57. Kapitel

Jeden Frühsommer standen die Reisen nach Fernost an, um dort Klamotten für die kommende Sommersaison auf zu spüren. Aufregung herrschte in allen Einkaufsabteilungen. Ich wollte unbedingt dorthin. Herr Bruns erteilte die Order für sämtliche Einkaufsabteilungen, die Reisen vorzubereiten. Vorerst musste jedoch geklärt werden, wer daran teilnehmen sollte. Nachdem unsere Abteilung aus drei Personen bestand entwickelte ich folgende Strategie. Belbosco und ich könnten erst gemeinsam nach Hongkong fliegen, dann weiter nach Bangkok und zum Abschluss in Indien Bombay und Delhi abarbeiten. Fräulein Tulpe wäre damit betraut, die Stellung in Wien zu halten. Ich weiß, ein fieser Plan – und Fräulein Tulpe arbeitete schon wesentlich länger für die Firma als ich – aber Frechheit siegt. Belbosco wollte ohnehin nicht die gesamte Hacke allein erledigen und so konnte ich auch ihn für diesen Plan begeistern.

Ich ging zu Bruns und schlug ihm unser, oder viel mehr mein Ansinnen vor. Er zögerte nicht mal eine Sekunde und stimmte zu. Ausgezeichnet. Fräulein Tulpe war gelinde ausgedrückt mehr als verschnupft. Ich fühlte mich auch ein wenig schlecht, was durch die allgemeine Aufregung übertüncht wurde. Belbosco und ich verfielen in die emsige Planungsphase. Die Reise wurde in vier Sektoren geteilt, beginnend mit Hongkong. Flüge und Hotels checken – das übernahm Belbosco. Er hatte einen fantastischen Draht zum Kuoni Reisebüro. Seine Ansprechpartnerin dort, eine Dame unbestimmten Alters hätte die Synchronisation im Pornostreifen „Deep Throat“ übernehmen können. Wenn man anrief, hauchte sie mit sehr tiefer rauer Stimme „Kuoni Reisebüro, was kann ich für Sie tun“ ins Telefon. Häufig riefen wir einfach nur an, um das zu hören. Dafür versammelten wir den gesamten Einkauf in unserem Zimmer, inklusive Bruns und seine Vorzimmerwanze, Belbosco wählte – er hatte das Telefon auf Lautsprecher gestellt – das ging damals schon – und lauschten ihrer Stimme – danach legte er ganz schnell wieder auf. Wir imitierten ihre Stimme unablässig und lachten den Rest des Tages.

Mir fiel es zu mit unseren Agenten alle Termine mit den Lieferanten, die wir vor Ort treffen würden, zu organisieren. Mindestens sechs Termine pro Tag – die Reise war für drei Wochen anberaumt, somit wurde auch Samstag und wenn es möglich war, Sonntag gearbeitet. Und dann ging es los. Raus nach Schwechat in aller Herrgotts Früh um den ersten Flug nach Frankfurt zu erwischen – von dort flogen wir weiter nach Hongkong. „Long Distance“ fand ich damals noch furchtbar aufregend, irgendwann wurde es einfach nur nervig und anstrengend. Landeanflug auf Hongkong. Damals landete man noch am alten Flughafen und die Piloten benötigten eine Spezialausbildung dafür. Das konnte ich gut verstehen. Das Ding schraubte sich zwischen den Skyscrapers durch. Sehr sehr langsam. Also wahrscheinlich 300 km/h und dann immer weniger – es kommt einem außerordentlich träge vor. Ich konnte Menschen in den Hochhäusern beobachten, die gerade ihre Wäsche aufhängten oder andere die kochten. Man hatte das Gefühl man sei bei den Familien zum Mittagessen eingeladen und die Tragfläche würde im nächsten Moment an deren Balkon streifen. Ein gleichzeitig faszinierendes, jedoch auch furchteinflößendes Unterfangen. Aber wir und die Bewohner der Wolkenkratzer überlebten es unbeschadet. Danke British Airways.

Am 2. Juli werden wir uns ganz offiziell in die Sommerferien verabschieden!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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