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20 Jun

Motel Tout Vienne 54

Wien muss man sich verdienen, diese Stadt schenkt dir nichts. Der Weg ins Paradies führt durch sämtliche Bezirke. Das Gras ist in Wien auch nicht grüner, aber irgendwann hast du dir die Stadt geholt – so please take me home to Paradise City!

54. Kapitel

Wieder zurück in Wien, war es an der Zeit mich um mein Privatleben zu kümmern, auf Grund des stetigen Hackelns war es in den vergangenen Wochen etwas ins Hintertreffen gelangt. Freitag Abend: Ein Rendezvous mit einem Fotografen stand an. Er sah irgendwie „sweet“ aus und wollte Fotos von mir machen – für seine Mappe, mit der er an der Angewandten vorsprechen wollte, oder irgendwas in der Art. Nachdem er nur einen Hauch älter war als ich, ließ ich mich auf dieses Abenteuer ein. Wir trafen uns im Kajewski, das jetzt Düsenberg hieß um die weitere Vorgangsweise zu besprechen. Wie immer lehnte ich an der Bar, mein angestammter Platz in jedem Lokal. Von dort hat man meist den besten Überblick, das Kommen und Gehen zu beobachten.

Wir unterhielten uns bereits seit geraumer Zeit und er entschuldigte sich kurz um die Toilette aufzusuchen. Ich ließ meinen Blick durch den Raum schweifen, als sich die Eingangstür öffnete. Meine Retina saugte sich am Neuankömmling fest. Mittelgroß, blond, schlank, attraktives Gesicht und stechend blaue Augen, die sich wiederum an den meinen festsaugten. Eine Mini-Entourage folgte ihm, die ich jedoch nicht wahrnahm. Vollkommene Faszination breitete sich in mir aus. Er stach schnurstracks auf mich zu, hielt ganz knapp vor mir an und fragte: „Was machst du heute noch?“ „Später ins U4 fahren“ lautete meine etwas atemlose Antwort. „Dann sehen wir uns dort“. Und weg war er. Interessant. In der Zwischenzeit hatte der Fotograf wohl seine körperlichen Bedürfnisse erledigt und nahm seinen Platz an der Bar neben mir abermals ein. In der Sekunde hatte er den Status völliger Trivialität erreicht – eine gewisse Verwirrung war ihm anzumerken – und ich konzentrierte mich ausschließlich darauf ihn los zu werden – so schnell wie möglich. Kurzangebundene Kommentare, die sich mit ausdauernder Ignoranz paarten, beschleunigten den Vorgang. Ich brach die Unterhaltung mit dem Vorwand, eine weitere Verabredung wahrnehmen zu müssen ab, legte ihm nahe meine Drinks zu bezahlen und begab mich zu Kerstin in die Lerchenfelder Straße.

Der Plan ins U4 zu fahren existierte ja tatsächlich. Natürlich analysierte ich mit ihr den Auftritt des Typen im Düsenberg, wobei sie meinte, das klänge doch mehr nach Arschloch und narzisstischer Arroganz – ich hielt das damals noch für Coolness. Wie recht sie doch behalten sollte – mehrere Jahre lang sogar. Wir warfen den giftgrünen Fiat Ritmo an, der sich in diesem Ausnahmefall auch auf Anhieb starten ließ und fegten ins U4. Davor drängten sich noch Trauben von Menschen, aber in der Zwischenzeit hatten wir schon einen guten Draht zum legendären Conny, dem Türsteher. Er begrüßte uns mit den Worten: „Ah – die Schneewittchens sind auch wieder da“. Das bezog sich auf unseren nicht unerheblichen Kokainkonsum zu dieser Zeit. Ja Entschuldigung – ich arbeitete beinah rund um die Uhr und ein wenig Unterhaltung schuldete ich mir doch durchaus auch. Schlafen stand auf meiner Prioritätenliste nicht an oberster Position.

Das 55. Kapitel folgt am 23. Juni 2022!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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