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17 Jun

Motel Tout Vienne 53

Wien muss man sich verdienen, diese Stadt schenkt dir nichts. Der Weg ins Paradies führt durch sämtliche Bezirke. Das Gras ist in Wien auch nicht grüner, aber irgendwann hast du dir die Stadt geholt – so please take me home to Paradise City!

53. Kapitel

Signore Narti hatte im Vorfeld ein Hotel in Schio gebucht und da es schon sehr spät war, hatte er dort angerufen um die Rezeption über einen verspäteten Check-in unsererseits zu informieren. Die hatten unsere Zimmer jedoch bereits anderwertig vergegeben. Diese Hunde. Leider war das Haus bis zum letzten Bett ausgebucht. Hier sprang Signore Grotto ein und bot uns an, in seinem Gästehaus zu übernachten, also der Minivariante der Monstrosität. Zu diesem Zeitpunkt war mir schon alles recht. Ich sollte im Obergeschoss und Belbosco im Erdgeschoss residieren. Es gab auf jeder Ebene mehrere Schlaf-, Bade- und Wohnzimmer, die rund um eine Galerie angelegt waren. Von der aus konnte man in das Fußballstadion-dimensionierte Wohn- Esszimmer im Erdgeschoss blicken. Hier wurde nicht gekleckert. Was auffiel, waren die Preisetiketten, die an jedem Möbelstück, sowie auch den Deko Gegenständen gut sichtbar angebracht waren. Da gab es ein Fauteuille um 1,4 Millionen Lire, oder eine Vase um 80.000 Lire und so weiter. Meine Mutter, die Linde hatte mich gelehrt, es sei unfein das Preisetikett an der erstandenen Ware zu belassen, ich schließe mich ihr da auch heute noch an.

So verbrachten wir eine Nacht in Signora Grottos Frette Bettwäsche, es kann aber auch solche von Bassetti gewesen sein – sie war zumindest nicht mit dem Preisschild versehen, ich nehme an ob mehrmaliger Waschgänge, und ließen unsere Pasta gefüllten Bäuche bis ins Morgengrauen ruhen. Früh am folgenden Morgen, es muss so gegen sieben gewesen sein, standen wir auf der Matte um abermals Signore Nartis BMW zu besteigen, denn der nächste Termin sollte in Caldierino-rota am Rande Veronas stattfinden. Das Unternehmen nannte sich „Carrera Jeans“ – die entsprachen eher dem Schwöpps Preisgefüge und wir bezogen sie regelmäßig. Wir hielten an einem imposanten Tor, wurden via Intercom eingelassen und fuhren eine breite Auffahrt entlang, die in einem Rondeau mit Fontäne mündete. Die Headquarters befanden sich in einer Villa aus dem 18. Jahrhundert, deren Seitenflügel, die ehemaligen Stallungen, zu Showrooms umgestaltet worden waren.

Das Rondeau diente anscheinend als Ausstellungsfläche für die edelsten Produkte italienischer und britischer Automobilhersteller. Hier sah ich zum ersten Mal einen Lamborghini. Jawoll! – Dort wo das Geld zu Hause ist, dachte ich mir. Aber wie bei jeder glanzvollen Geschichte gab es auch hier eine dunkle Seite. Einige Jahre später sollte die kleine Patricia Tachella, die Tochter der Familie entführt werden, so viel ich weiß ist sie bis zum heutigen Tag nie gefunden worden, auch ihre Leiche nicht. Wir schmissen uns jedenfalls auf die aus der Renaissance stammenden Chorstühle in den Showrooms und zückten die Orderblöcke.

Das 54. Kapitel folgt am 20. Juni 2022!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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