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18 Mai

Motel Tout Vienne 43

Wien muss man sich verdienen, diese Stadt schenkt dir nichts. Der Weg ins Paradies führt durch sämtliche Bezirke. Das Gras ist in Wien auch nicht grüner, aber irgendwann hast du dir die Stadt geholt – so please take me home to Paradise City!

43. Kapitel

Die Reisetätigkeit, die vor allem Einkaufs- und Messereisen in Europa, aber auch Fernost Asien umfasste, sollte in den folgenden Jahren mein Leben definieren. Trotzdem kam mein Privatleben nicht zu kurz, es fand lediglich wesentlich komprimierter statt. So begab ich mich wieder einmal mit Kerstin ins U4 um zu erkunden, was sich dort so an zartem Männerfleisch herumtrieb. Sie hatte schon beim Abstieg in die Kellerräumlichkeiten ein Objekt ihrer Begierde erspäht und setzte allen Ehrgeiz daran, dieses im Verlauf der Nacht flach zu legen. Ihr Männergeschmack war von dem meinen so weit entfernt wie Scheibbs von Nebraska, hier kamen wir uns niemals ins Gehege.

Leicht angefrustet begab ich mich zur Sektbar, die sich im großen Zimmer links hinten befand. Zum Barhocker neben mir stellte sich ein Typ mit sehr sehr langem lockigen Haar. Nach ungefähr 20 Sekunden sprach er mich an – diese hatte er gebraucht um Platz zu nehmen und ein Getränk zu bestellen. Er war neugierig und ausgesprochen mitteilungsbedürftig. Wir unterhielten uns eine Zeit lang durchaus angeregt, dann brach er auf um nach Mödling zu fahren, dort arbeitete er in einer Discothek, die „Zick Zack“ hieß. Ich vergaß ihn.

Bis zum nächsten Wochenende. Ich saß im selben Lokal, an der selben Bar, am selben Platz. Wieder setzte sich ein Typ neben mich, ein akkurater Kurzhaarschnitt zierte sein Haupt – es dauerte wieder etwa 20 Sekunden bis er mich anredete, diese verbrachte er damit ein Getränk zu bestellen. Was mir komisch vorkam: Er sprach mich mit meinem Namen an und verhielt sich als würden wir uns kennen. Ich war vollkommen verwirrt. War mir etwas entgangen, litt ich bereits an Demenz? Offensichtlich konnte ich meine Ahnungslosigkeit bezüglich seiner Person nicht optimal überspielen, denn er fragte mich, ob ich mich nicht mehr an ihn erinnerte. Nein – du Kasperl, natürlich nicht – wer zum Teufel bist du? dachte ich mir. Er half mir damit auf die Sprünge, dass wir exakt vor einer Woche schon hier gesessen und uns unterhalten hätten.

Ich glaubte ihm kein Wort und bestand darauf ihn noch niemals zuvor in meinem Leben gesehen zu haben. Die Situation wurde immer dubioser, ich hatte keinen Schimmer mit wem ich es da zu tun hatte. Wie auch? Er erzählte mir, dass er zur Pilotenprüfung antreten würde und sich deshalb die Haare hatte schneiden müssen. Und hier begann es mir langsam zu dämmern. Gesprächsfetzen aus unserer Unterhaltung der Vorwoche krochen träge in Richtung Frontallappen und ich gab eine gewagte Vermutung mit den Worten „bist du der Lex?“ ab. Ich hatte Mitten ins Schwarze getroffen. Nachdem meine Gesichtserkennungsapp aus dem Dornröschenschlaf erwacht war, teilte ich ihm mit, dass er mit kurzen Haaren vollkommen anders aussehen und ihn wahrscheinlich nicht einmal seine eigene Mutter erkennen würde. Deshalb läge keine Schuld bei mir. Ich betrachtete ihn genauer und befand ihn als sehr attraktiv und durchaus für eine kleine Affaire geeignet. Lex sollte einer meiner langjährigen Gelegenheitsliebhaber werden, im durch Anglizismen kompromisslos verseuchten 21. Jahrhundert würde man ihn als „fuckbuddy“ bezeichnen. Wir sind selbst heute, nach fast 35 Jahren noch glücklich miteinander befreundet. Ficken aber auf Grund unserer beider Verehelichungen nicht mehr miteinander. Nun hatte ich das Kontingent meiner Teilzeit-Lover schon auf zwei aufgestockt. Es sollten noch mehr werden. Ich fand das Konzept äußerst praktisch, vor allem konnte ich diese Konstellation angenehm mit meiner beruflichen Tätigkeit vereinbaren.

Das 44. Kapitel folgt am 21. Mai 2022!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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