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15 Mai

Motel Tout Vienne 42

Wien muss man sich verdienen, diese Stadt schenkt dir nichts. Der Weg ins Paradies führt durch sämtliche Bezirke. Das Gras ist in Wien auch nicht grüner, aber irgendwann hast du dir die Stadt geholt – so please take me home to Paradise City!

42. Kapitel

Nanchdem wir unsere Geschäfte in Modena getätigt hatten, reisten wir weiter nach Florenz. Davide, der Assistent des Besitzers der dortigen Agentur, sein Name war Signore Gratti, holte uns in Modena ab um uns nach Prato, eines der Zentren der italienischen Textilindustrie, das nordwestlich von Florenz und südöstlich von Pistoia liegt, zu chauffieren. Die Agentur bestand aus vier Showrooms und mehreren Büros. Signore Gratti machte bereits in den 60er Jahren fette Kohle mit großen deutschen Textilkonzernen wie Karstadt, Böcker, C & A und wie sie alle hießen.

Auch in Österreich hatte er die dicken Fische an Land gezogen, wie eben Schwöpps – wir waren das umsatz- und filialstärkste Unternehmen des Landes – und Kleiderbauer sowie etliche andere lokale Platzhirsche. Da bleibt schon ein bisserl was übrig, was sich auch in einer der Privatresidenzen der Familie widerspiegelte – sie bewohnten einen Stadtpalazzo aus der Renaissance, einen Katzensprung von den Ufficien entfernt.

Signore Gratti war ein schwerer Alkoholiker, schon vormittags begleitete ihn eine Flasche Whiskey durch die Agentur, ergänzt wurde diese Labsal mit vielen, vielen roten Marlboros. Grundsätzlich merkte man ihm seinen Pegel kaum an, bis auf einige Ausrutscher gegen Abend. Da klatschte er Marilou und mir – wir waren die jungen hübschen Kücken – gerne mal auf den Arsch. Abgehärtet wie wir waren, nahmen wir solcherlei Übergriffigkeiten kaum wahr und dachten uns einfach nur: „Besoffener alter Trottel“: Mehr war solchen Vorfällen nicht hinzufügen. Interessant zu beobachten war, dass in den Augen der Duchess wir an seinem Verhalten uns gegenüber schuldig waren – hier muss eine Art verquere Eifersucht im Spiel gewesen sein. Signore Grattis Spross, sein Name war Alessio, er fand sich an und ab in der Agentur ein, bekundete reges Interesse an meiner Person, glücklicherweise äußerte es sich nicht so unbeholfen wie bei seinem Erzeuger. Er zischelte mir lediglich unablässig „bella bionda“ ins Ohr, den Rest der Zeit unterhielten wir uns in Englisch, die Sprache in der wir weltweit mit sämtlichen Agenturen und Lieferanten verkehrten.

Das 43. Kapitel folgt am 18. Mai 2022!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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