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3 Mai

Motel Tout Vienne 38

Wien muss man sich verdienen, diese Stadt schenkt dir nichts. Der Weg ins Paradies führt durch sämtliche Bezirke. Das Gras ist in Wien auch nicht grüner, aber irgendwann hast du dir die Stadt geholt – so please take me home to Paradise City!

38. Kapitel

Herr Bruns hingegen gab den kosmopolitischen Multimilliardär, der er ja auch war und wies die beiden Damen an sich nicht so anzustellen – er würde nun die Konditionen persönlich ausverhandeln. Wir sollten nun eine Kollektion aus den vorhandenen Teilen zusammenstellen und bitte die Klappe halten. Das gefiel den glühenden Samtaugen. Nachdem wir die Teile ausgewählt hatten ermunterten sie uns doch noch mehr Artikel auszusuchen und möglichst große Stückzahlen zu ordern, dies wurde von Herrn Bruns auf das heftigste unterstützt. Die Laune der Damen neigte sich zusehends in Richtung Bitterkeit. Das bemerkten auch die glühenden Samtaugen und lenkten mit einer Einladung zum Lunch ab.

Wir wurden wieder in den fetten Benz reingestopft und zum „Baur au Lac“, einem grandiosen alten 5 Sterne Kasten am Wasser gekarrt. Kristallluster und Perserteppiche wohin das Auge reichte. Alles vom allerfeinsten. Eine Premiere für mich. Niemals zuvor in meinem Leben hatte ich einen solchen Palast betreten. Ich war atemlos vor Ehrfurcht. Wir wurden vom „Maitre de“ auf die Terrasse zu dem für uns reservierten Tisch geführt. Ich nahm zwischen Bruns und Detsch Platz, das erschien mir am sichersten zu sein. Wieder Small Talk der Erwachsenen – ich gab mich der Faszination des Hotels hin und war damit beschäftigt das richtige Besteck für den jeweiligen Gang auszuwählen. Die Linde hatte es offenbar verabsäumt mir die von außen nach innen Regel beizubringen. Ich kopierte Herrn Bruns, das erschien mir am Vernünftigsten.

Gegen 15h kehrten wir in den Showroom zurück und mussten in aller Eile die restlichen Orders aufschreiben. Die glühenden Samtaugen versprachen uns das Blaue vom Himmel, bezüglich der Mustersendungen, die umgehend bei uns in Wien eintreffen würden, sowie der Möbel für das Shop in Shop Konzept und natürlich der akkuraten Lieferung der Gesamtorder, mit der spätestens Ende August zu rechnen wäre. Bruns befand sich im Glück, überzeugt einen für die österreichische Textillandschaft brachial innovativen Deal abgeschlossen zu haben. Detsch und die Duchess konnten nicht umhin sich kritisch zu äußern, nur um von Herrn Bruns als pessimistische Misanthropen abgetadelt zu werden.

Das Fazit dieser Reise – Monate später kristallisierte sich die volle Tragweite dieses textilen Waterloo heraus – war folgende: Wir erhielten niemals die Countersamples (Gegenmuster nach deren Erhalt und Bestätigung die Order erst in Kraft tritt, wenn dies so vermerkt ist), genauso wenig wie die Shop in Shop Möbel. Plötzlich im Mai – die Anwälte waren zu diesem Zeitpunkt bereits emsig damit beschäftigt die Klagen der Coca Cola Company abzuwehren – denn die Murjijani Corporation Limited besaß leider keine Lizenz um Kleidung mit deren Logo zu produzieren und zu verkaufen – langten plötzlich tausende Teile der georderten Ware ein. Es war leider nicht mehr möglich diese zurückzusenden, da die glühenden Samtaugen untergetaucht und wie vom Erdboden verschluckt waren. Ich glaube wir verscherbelten den Krempel zu Schleuderpreisen in den Ostblock, es gab noch den eisernen Vorhang und was dahinter passierte interessierte niemanden. Dahin reichte nicht einmal der lange Arm der Coca Cola Company.

Das 39. Kapitel folgt am 6. Mai 2022!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
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Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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