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29 Apr

Motel Tout Vienne 37

Wien muss man sich verdienen, diese Stadt schenkt dir nichts. Der Weg ins Paradies führt durch sämtliche Bezirke. Das Gras ist in Wien auch nicht grüner, aber irgendwann hast du dir die Stadt geholt – so please take me home to Paradise City!

37. Kapitel

Eine Woche später, ich arbeitete noch nicht mal ein ganzes Monat für die Firma, trat ich meine erste Einkaufsreise nach Zürich an. Wir trafen uns sehr früh am Morgen am General Aviation in Schwechat. Ich hatte in der Zwischenzeit auch herausgefunden, warum Bruns nur mit Privatjets flog. Seine Frau war in den 70er Jahren, damals als Entführungen so unfassbar en vogue waren, gekidnappt worden. Er wollte nicht riskieren zufällig in einer Linienmaschine zu sitzen, die gekapert wird. Selbstverständlich durfte ich im Taxi anreisen, dessen Kosten übernahm die Firma. Ein für mich völlig neues Konzept. Ich hatte für diesen Tag ein „semi-punkiges“ Outfit gewählt. Bestehend aus schwarz-weiß geringelten Strümpfen, Doc Martens, einem schwarzen ultrakurzen Tonnenröckchen mit einem bauchfreien hautengen schwarzen T-Shirt und der unverzichtbaren Bikerjacke. Ich erregte Aufsehen, nicht bei meinen Kollegen oder Bruns, die waren meinen Kleidungsstil mittlerweile schon gewohnt und fanden den auch scharf – die Crew, bestehend aus den Piloten und dem schwulen Steward – war etwas irritiert. Landung in Zürich.

Eine Mini Delegation von sehr olivhäutigen Männern mit leicht arabischen Einschlag erwartete uns am Flughafen. Man zelebrierte Händeschütteln und Smalltalk – während sie mich von oben beginnend nach unten mit ihren glühenden Samtaugen entkleideten. Wir wurden in einen riesigen schwarzen Benz gestopft und in das Zentrum gekarrt, wo sich der Showroom befand. Ich beschloss vorerst mal den Mund zu halten und mir anzusehen, wie so eine Einkaufsreise grundsätzlich läuft und antwortete lediglich, wenn ich angesprochen wurde. Seltsamer Weise interessierte sich die glühende Samtaugen Fraktion auffällig für mich. Wie alt ich sei, seit wann ich für die Firma Schwöpps arbeite, ob ich einen Freund hätte und ähnlich fachspezifische Erkundigungen wurden eingezogen. Das kam mir komisch vor, der Frau Detsch anscheinend auch und sie wies die neugierigen glühenden Samtaugen mit einer scharfen Bemerkung in ihre Schranken. Post hum nochmals Danke liebe Frau Detsch!

Endlich erreichten wir unsere Destination: Die Headquarters der Murjijani Corporation Limited – oder so ähnlich – sie waren bemerkenswert bescheiden. Frau Detsch und die Duchess befahlen sofort in medias res zu gehen und verlangten die Kollektion zu sehen. Beiden waren die glühenden Samtaugen und das gesamte Umfeld sehr suspekt. Sie sollten nicht unrecht behalten – das zeigte sich jedoch erst, nachdem ein paar Millionen Schweizer Fränkli versenkt worden waren. Der Kollektionsaufbau verwirrte mich etwas. Es handelte sich hauptsächlich um Polos, T-Shirts, Sweater und Laufshorts, die alle mit dem Coca Cola Logo entweder bedruckt oder bestickt waren. Die Farbpalette bespielte royalblau, knallrot, grasgrün und gackerlgelb mit offwhite als Kontrastfarbe. Man konnte Damen- und Herrenartikel nicht richtig voneinander unterscheiden. Die Muster waren in Einheitsgrößen aufgemacht. Die Erklärung dafür lautete, dieselbe Größe wäre für Damen ein XL und für Männer ein S. Sehr seltsam. Detsch und Duchess wurden von Minute zu Minute misstrauischer.

Das 38. Kapitel folgt am 3. Mai 2022!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
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Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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