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4 Mai

Männerkleidchen

Am Beginn jeder neuen Saison befragen emsige ModejournalistInnen einschlägige Gurus der Szene – also die, die es „wirklich“ wissen –, welche Trends uns das Modejahr bescheren wird. Die gute Nachricht lautet: das Männerkleid hat Saison. Echt jetzt.

Wie schon für 2018 wird auch 2019 der Rock und das Kleid für den Mann propagiert. „Die Grenzen zwischen den Geschlechtern weichen auf – Androgynität und Unisexismus sind die Zukunft“, heißt es in einschlägigen Modegazetten. Bei Maison Margiela, Prada, Burberry & Co fegten bereits vergangenes Jahr ausgemergelte, glatt epilierte 19- bis 20- jährige Jungs, 1,90 m groß und 35 kg leicht, in wallenden Röcken und Kleidern über die Laufstege.

Nun fragen sich Männer –  es ist schließlich nicht das erste Mal, dass Männer am Catwalk Röcke tragen, bloß das Kleid ist relativ neu – wie sie diesen aktuellen Trend zu verstehen haben, beziehungsweise ihn umsetzen sollen, um eben am Puls der Zeit zu bleiben. Und jetzt wird die Sache haarig. Denn der durchschnittliche Mann ist weder unbehaart, 1,90 groß, noch wiegt er 35 kg. Meist ziert ein Bäuchlein seine Mitte, auf seiner Brust kräuselt sich eine beschauliche Mähne, das Haupthaar hingegen erscheint an und ab schon schütter, kurz er wurde nicht als Adonis geboren. Man stelle sich ihn im weißen Burberry Spitzenkleid vor. Wahrscheinlich wirkt er wie das Gespenst auf einem Gramatneusiedler Faschingsgschnas, oder noch schlimmer, wie ein Cross-Dresser, der seinen Stil noch nicht gefunden hat.

Catwalk – Alternative Realitiy

Auf der anderen Seite tragen Frauen auch Hosen (hat den Ursprung allerdings in der Frauen- und Emanzipationsbewegung), schauen aber auch nicht immer gut darin aus – Stichwort übergewichtige Mitt-Fünfzigerin in einer skinny Jeans. Grundsätzlich sollte jeder tragen, was er will. Jedoch ist die Bekleidung unsere Rüstung des Alltags. Menschen sehen uns, nehmen unsere Erscheinung wahr und beurteilen uns dementsprechend. Kann einem eigentlich wurscht sein, hat aber durchaus Auswirkungen, sei es in beruflicher oder privater Hinsicht.

Tatsache ist, vieles was die Modewelt alljährlich hypt – sei es mangels neuer Ideen, sei es der hehre Gedanke, der Männerwelt zur Emanzipation zu verhelfen, einfach kompletter Schwachsinn ist. Nichtmal Prada und Konsorten haben anscheinend die Macht, die breite Männermasse in ein Kleidchen zu stecken.

Nicht unwesentlich in diesem Zusammenhang ist auch, wie Frauen auf Männer in Kleidern oder Röcken reagieren. Bei einigen afrikanischen Stämmen, tragen Männer Tücher als Röcke gewickelt, sicherlich erscheint dies den dortigen Damen als vollkommen normal. In unseren Breiten hingegen trugen Männer seit dem Mittelalter hosenähnliche Beinkleider. Es scheint sich wohl um eine Gewohnheits-, Geschlechter- und kulturelle Sache zu handeln. Männer in Röcken oder Kleidern werden schräg angeschaut und es wird über ihre sexuelle Orientierung spekuliert.

Die letzten 50 Jahre waren ohnehin nicht leicht für die Männer, sie mussten vom Patriarchen zum Frauenversteher, dann zum Softie mutieren, daraufhin wurde ihnen als aalglatten Yuppies wieder mehr Männlichkeit abverlangt, anschließend zwang man ihnen die vermaledeite Metrosexualität auf, die Hipster Bewegung lässt sie nun zu einheitlichen „Taliban für Arme“ werden – alles sehr verwirrend. Es ist an der Zeit, die Männer ein wenig in Ruhe zu lassen. Ob sie nun Kleider tragen wollen oder nicht.

 

„The way you dress is an expression of your personality.“    (Alessandro Michele, ital- Designer, *1972)

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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