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2 Dez

Legenden

Wissen Sie wie viele Jeans Sie besitzen? Nein - dann zählen Sie doch einmal nach. Laut einer Studie besitzt jeder Österreicher acht dieser unverzichtbaren Beinkleider. Ich hingegen - und man verzeihe mir – ich komme aus der Modebranche, besaß in meinen besten Zeiten etwa 35 Jeans.

Mein ältestes Modell bekam ich 1978 zum Geburtstag. Fiorucci stand drauf, kostete Millionen von Lire und war aus 14 Unzen Denim gefertigt. Damit kannst du nach Gold graben oder Rodeos reiten. Mutter hatte die Spendierhosen an und mit den Worten „jetzt kriegst aber lang keine mehr“ wies sie mich darauf hin das gute Stück mit Ehrfurcht und Sorgfalt zu behandeln. Was ich auch tat – lebt sie doch immer noch in meinem Kleiderkasten – alleine die Beine mussten in späteren Jahren amputiert werden, was sie zur Hot Pants mutieren ließ.

Irgendwann erstand Mutter für mich ein Billigprodukt, das noch nicht vorgewaschen war, mit dem Effekt, dass ich blitzblaue Hände bekam und überall wo ich saß Flecken in ansprechendem Indigo zurück ließ. Mutter bangte um ihre Polstermöbel – die Jeans wurde ersatzlos entsorgt. In einem Second Hand Shop in Amsterdam – es waren die 80er Jahre und wir hingen häufig dort herum – erstand ich eine Levis „Big E“. Eine Seltenheit, denn von 1936 bis 1971 stand auf dem „red tab“, dem kleinen Stoff-Fetzerl an der Gesäßtasche, der Firmenname noch in Großbuchstaben. Danach wurden Druckbuchstaben verwendet. Die hätte ich um teures Geld verkaufen können, wäre mir ihr Wert bewusst gewesen.

Levi`s Big "E"

Stattdessen schmückte ich sie Hippie Style mit Blumen und allerlei Schnick-Schnack, trug dazu Bikini Oberteile und Boots, was mir einen Rauswurf in einem renommierten Damenmodengeschäft im Herrenhuter Haus am Hohen Markt bescherte. „So nicht junges Fräulein“ – das Geschäft existiert übrigens nicht mehr. Ihr folgten noch unzählige Jeans in allen Varianten und Waschungen. Nachdem ich vor etwa zwölf Jahren begann mich mit der Nachhaltigkeit in der Textilindustrie zu beschäftigen, stellte ich den maßlosen Jeanskonsum umgehend ein.

Die 35 Stück haben sich aufgrund bizarrer Wascharten und der daraus resultierenden verkürzten Lebensdauer zwar schon dezimiert, ich bin jedoch überzeugt selbst am Totenbett noch zwischen mehreren Modellen wählen zu können.

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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