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18 Jan

La mode de la „First Lady“

Es gibt nur eine „First Lady“ – vom US Geheimdienst als FLOTUS bezeichnet, die globalen Einfluss auf die Modewelt hatte. Nein, es ist nicht Milania. Natürlich handelt es sich um Jacqueline Kennedy, geborene Bouvier, später Jacqueline Onassis. Keine Präsidenten-Gattin zeigte so viel Anmut, Grazie und Stil wie sie. Es gab auch kaum eine so viel Geld aus.

Das Leben von Jackie Kennedy muss man hier nicht nochmal abspulen. Aber ein wenig Trivia ist immer schön. Jackies Familie väterlicherseits stammte aus Frankreich und Zeit ihres Lebens gab sie sich sehr frankophil, sprach neben spanisch und italienisch auch diese Sprache fließend. So beeindruckte sie beim Staatsbesuch in Paris auch General de Gaulle mit ihrem Wissen über französischen Lebensstil und Kultur. John F. Kennedy bemerkte dazu: „Ich bin der Mann, der Jacqueline Kennedy nach Paris begleitete – und ich habe es genossen.“

Jacqueline Bouvier Kennedy Onassis

Mit ihrem Kleidungsstil beeinflusste Jackie Kennedy die junge Frauengeneration der 60er Jahre. Sie kürte den Modeschöpfer Oleg Cassini, als Graf Oleg Loiewski, am 11. April 1913 in Paris geboren, zum „Official White House Designer“ und Stylisten. Sein Großvater war als Botschafter des Zaren in den USA tätig, Oleg wuchs jedoch vornehmlich in Dänemark und Italien auf und studierte in Florenz an der Accademia di Belle Arti. Er arbeitete für den französischen Modedesigner Jean Patou in Paris und eröffnete bald seinen eigenen Salon in Rom. 1936 übersiedelte er nach New York, von dort nach Hollywood, wo er als Kostümbildner für diverse Studios arbeitete.

Joan Fontaine, Marilyn Monroe und Joan Crawford, um nur einige zu nennen, trugen seine Kreationen. Kurzfristig war er auch mit Grace Kelly verlobt, von 1941 – 1952 dauerte seine Ehe mit der Schauspielerin Gene Tierney, aus der auch zwei Töchter hervorgingen. 1960 wurde er von Jackie nach Camelot berufen, das wie wir wissen nur 1000 Tage existierte, in dieser Zeit benötigte die First Lady jedoch mehr als 300 Outfits und Cassini hatte für immer ausgesorgt. Noch Anfang der 90er machte sein Unternehmen einen Umsatz von etwa 450 Millionen Dollar.

Auf Cassinis Konto gehen ihre unvergesslichen Looks. Die kleinen Kostümchen mit den engen Stiftröcken, die unzähligen Etuikleider, oder das berühmte rosa Ballkleid, das Jacqueline 1961 in Wien trug und selbstverständlich die ikonischen Pillbox-Hütchen. Frauen auf der ganzen Welt kopierten Jackie Kennedys Look. Ihr Stil war klassisch mit gezielt gesetzten spielerischen Elementen und galt als richtungsweisend. Die Modemagazine waren voll von kennedyesquen Outfits.

Graf Oleg Loiewski - Oleg Cassini

Jacqelines erste Tat als First Lady war es das Weiße Haus aufzupolieren. Sie befreite es von der Verstaubtheit vorangegangener Präsidenten und verlieh ihm Stil und neuen Glanz. Das Unterfangen kostete Dollars ohne Ende, dafür lud Jackie nach der Fertigstellung den Fernsehsender CBS zu einer Führung ein und 50 Millionen Amerikaner konnten via TV bewundern, wofür ihre Steuergelder verwendet wurden. Jackie wurde für ihre Bemühungen auch gleich mit einem Emmy-Award ausgezeichnet.

Gleichzeitig entwickelte sich ihr Verhältnis zur Kennedy-Familie eher suboptimal. Sie selbst stammte aus einer alteingesessenen Familie, die schon 1815 in die USA eingewandert war und zählte somit zur East Coast Royalty. Dass die Bouviers permanent pleite waren, war zwar lästig, tat aber nicht viel zur Sache. Jackie fand die übertriebene Sportlichkeit der Kennedys (White Sports) lächerlich, ebenso wie deren Manieren und den Umgangston des Clans.

Über ihren Schwiegervater Joseph Kennedy, den Begründer des Clans ist durch zahlreiche Quellen dokumentiert, dass er bereits zu Beginn der Prohibition (1920) in den Alkoholschmuggel einstieg. In einem 1928 erstellten Bericht dokumentiert die Royal Commission (alles lief über Canada) umfangreiche und dauerhafte Unregelmäßigkeiten seiner Firma Silk Hat Cocktail in Zusammenhang mit Exportgeschäften.

Joe Kennedy machte Geschäfte mit den größten Mafiabossen dieser Zeit. Von Meyer-Lansky, Lucky Luciano bis hin zu Sam Giancana, der war damals aber noch eine eher kleine Nummer. Leider legte er sich mit der jüdischen Purple Gang an, die ihn killen wollte und der Boss des Chicago Outfit Syndikats Diamond Joe Esposito, musste ihn rausboxen, ab diesem Zeitpunkt stand der Kennedy-Clan in der Schuld der Mafia. Joe Kennedy war auch beim Verkauf des Alkohols auf die Mafia angewiesen, da die illegalen Bars (Speak-Easy), von ihr kontrolliert wurden. Er gründete Allianzen mit Gangstern aus Boston, Chicago, New Orleans und mit Frank Costello in New York, der im Jahr 1973 seine Kooperation mit Kennedy bestätigte. 1923 während er noch bei Hayden und Stone arbeitete, begann Kennedy, seine eigene Bank in New York zu gründen.

Kein Wunder, dass die wohlerzogene Jackie den Umgang mit den Kennedys als schwierig empfand. Waren sie doch in erster Linie Iren, zum Zweiten ständig mit der Mafia verstrickt und außerdem unterhielten sie „negotiable affections“ zu Damen zweifelhaften Rufs. Ned leiwand. So gab sie gern und mit vollen Händen deren Geld aus. Onassis sollte sie deshalb später als „Supertank“ bezeichnen, da ihre Reisen und Shopping Touren ihn mehr kosteten als eins der riesigen Schiffe.

Tatsache ist und bleibt, dass Jackie Kennedy die Welt nachhaltig mit ihrem Stil geprägt hat – auch wenn auf ihrem Kostüm, das sie am 22. November 1963 in Dallas trug, als John F. Kennedy neben ihr im Lincoln Continental Cabrio erschossen wurde, Stunden später noch das Blut ihres toten Ehemann klebte.

„The one thing I do not want to be called is First Lady. It sounds like a saddle horse.“    (Jackie Kennedy Onassis, First Lady, 1929 – 1994)

Polly Perlon

Polly Perlon
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Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: polly.perlon@blog-mag.net

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