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19 Okt

La Belle et Le Beau!

So nennen sich die beiden soeben lancierten neuen Düfte des „enfant terrible“ der Couture, Jean Paul Gaultier. Seine Suche nach neuen Duftinspirationen führte ihn in den Garten Eden, wo er den beiden Schlingeln ihre olfaktorische Identität verlieh.

Aber natürlich ist das nicht die ganze Geschichte. Die liest sich etwas anders. Weil sie jedoch so lieblich und witzig obendrein ist – tun wir hier etwas, dass wir sonst nicht machen: Wir übernehmen die Story 1:1! Die Erzählung beginnt mit der Schöpfung – nun ja – im 21. Century Style!

Eines Morgens betrat Jean Paul Gaultier seine Fabrik.
 Sie war groß, laut, lebendig.
 Er sah die Frauen, er sah die Männer.
 Und seine Gedanken wanderten zu einem angenehmen Zeitvertreib.
Und er dachte: „Frauen und Männer sollten Zeit miteinander verbringen, und es ist gut.“

Am ersten Tag schuf er einen Garten.
 Der Garten war magisch und bezaubernd,
 und im Geiste der allgegenwärtigen Unmoral! Am zweiten Tag schuf er La Belle & Le Beau.
 Geboren aus JPG Classique und Le Mâle, aber splitternackt wie an ihrem ersten Tag auf dieser Erde.
 Und ihnen ist nicht einmal kalt!

Am dritten Tag schuf er die herrlichsten, göttlichsten und köstlichsten Sünden… Am vierten Tag ruhte er. Die Party in seinem Garten war in vollem Gange. Alle waren voller Entdeckungs- und Abenteuerlust mit sich selbst und am anderen.
 Es duftete göttlich!

Wahrscheinlich am fünften Tag schuf Jean Paul Gaultier den Flakon von La Belle – und der Flakon erschien.
 In der Gestalt eines weiblichen Torsos.
 Er war rot, in Rosa getaucht, und strahlte Tugend aus, samt lasziver Zügellosigkeit. Um den Hals schmiegten sich goldene Rosen zu einer Halskette, eine sittsame Hülle, die nur als Einladung dient, die verlockende Enthüllung zu vollziehen…

La Belle & Le Beau

Es war vielleicht Tag sechs als Jean Paul Gaultier den Flakon von Le Beau schuf – und der Flakon erschien.
 In der Form eines nackten Torsos.
 Er war grün und schimmerte. Ein goldenes Rebenblatt dort, wo der Blick verweilen mag. Jean Paul Gaultier sah die exquisiten Torsi und sprach:
 „Diese beiden wurden geschaffen, um uns in Versuchung zu führen!“ Und es geschah.

Parfum-Flakons bekommen auch immer eine Verpackung, meist eine sehr hübsche, in der sich der Flakon befindet. Jean Paul Gaultier erschuf nun die Umverpackung von La Belle – und diese erschien im Garten.
 Sie war in lieblichstem Grün, fast mandelartig, und fügte sich perfekt in das Blattwerk dieses modernen Edens ein. Die goldenen Lettern leuchteten, und es war derart verlockend die Früchte zu berühren – und es war nicht einmal verboten!

Auch Le Beau bekam eine Verpackung von Jean Paul Gaultier – und diese erschien am Fuße eines Busches. Sie war smaragdgrün, so dunkel, eine Erinnerung an die Üppigkeit dieser Welt. Die goldenen Lettern schimmerten wie der Honig der ersten Versuchung. Jean Paul Gaultier sah die beiden provokanten, erotischen Verpackungen und sprach:
 „Die Gestaltung ist alles – und nichts!“
 Und so war es.

Jean Paul Gaultier öffnete die Verpackung von La Belle, entnahm den Flakon und atmete tief den Duft des Parfums ein.
 Er roch orientalische Vanille, gleichsam so frisch, kühler Balsam für die Seele. Er roch Vetiver, getragen vom wundersamen Duft einer Frucht, der Birne.

Jean Paul Gaultier öffnete die Verpackung von Le Beau, schloss die Augen und atmete ein – bitte keine Zurückhaltung. Der Duft des Kokosnussholzes lud zu tiefer Entspannung ein, Bergamotte und Tonkabohne flüsterten ihm zu, dass Faulenzen die erfrischendste aller Sünden sei. Jean Paul Gaultier atmete beide Düfte zusammen ein und sprach: „Sie passen gut zueinander. Für immer und ewig.“ Und so war seine Welt geschaffen.

Die Parfumeure Quentin Bisch und Sonia Constant teleportierten sich in Gaultiers Garten.
 Wie es so ihre Art ist, gingen sie ganz in dieser speziellen, wohltuenden und exotischen Welt auf. Diese beiden, die die Welt voller Entdeckungslust erkunden und so gut kennen, kehrten zurück, betört vom Neuen Land, und schenkten La Belle und Le Beau einen besonderen Platz in ihrem Herzen. Denn wie wir wissen, ist das Herz der Nase niemals fern.

„My eccentricity became direction.“   (Jean Paul Gaultier, franz. Couturier, *1952)

Elvira Trevira

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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