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17 Apr

Hotel Hautzenbichl 99

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

99. Kapitel

Tag des Rennens – Sonntag – es ziehen völkerwanderungsähnliche Massen von Menschen in Richtung Ring. Alle in ihren 80er Jahre Karren – untermotorisiert und von schlechtem Design. Wir zischen mit unseren Fahrrädern an ihnen vorbei und checken uns bei Sergio und Konsorten in der Benetton Box ein – am Abend zuvor hatten wir das nochmals nachdrücklich klar gemacht, dass wir sie in den schweren Stunden des Rennens durch unsere Anwesenheit mental unterstützen würden.

Wir trugen die engsten, schärfsten Klamotten, die wir in unseren nicht unbeträchtlich gefüllten Kleiderschränken finden konnten. Ich hatte mich für einen schwarzen Micro-Mini mit einem bauchfreien Top entschieden und schwarze Pumps mit Kitten-Heels. Okay, das Outfit hätte besser für einen Abend in der Dorf-Disco gepasst, aber „casual“ war nie so mein Ding. Sergio und Konsorten vielen die Augen raus – gut so!

Vor dem Rennen herrschte natürlich emsiges Getue und allgemeine große Aufregung. Wir checkten auch die Teams aus der Umgebung ab, die danebenliegende Box beherbergte das Lotus Team mit seinen schicken schwarzen Boliden – in Gold prangte der John Player Special Schriftzug darauf. Elio de Angelis war einer der Piloten. Er sollte knapp zwei Jahre später am 15. Mai 1986 bei Testfahrten für das Brabham-Team in Le Castellet tödlich verunglücken.  Als Unfallursache wurde ein Bruch des Heckflügels bei einer Geschwindigkeit von rund 300 km/h in der S-Kurve „La Verrière“ vermutet. Elio de Angelis wurde nur 28 Jahre alt.

Start – die Autos stehen bereits in der Startaufstellung und wir hängen an der Balustrade der Boxengasse um alles genau beobachten zu können. Gut – sie fahren los – der Sound ist unglaublich. Ich liebe es. Dann fahren alle brav im Kreis und wir hängen mit den Mechanikern rum und führen Schmäh – in Englisch. Ich will mir etwas die Füße vertreten und hampel in der Boxengasse auf und ab. Plötzlich kommt Elio in seinem Lotus reingeschossen und fährt mich beinah über den Haufen, hätte mich Sergio nicht am Krawattel gepackt und in die Box hineingeschubst.

Zu erwähnen ist auch, dass aus Elios Auspuff eine etwa zwei Meter lange Stichflamme empor schoss. Ich entkam knapp dem Schicksal eines Kentucky Fried Chicken. Von nun an beschloss ich den Rennausgang in der Box abzuwarten. Nach 51 Runden war er 400. Grand Prix der Formel 1 Geschichte beendet und Niki Lauda posierte als der strahlende Sieger. Sofern man mit einem verbruzelten Gesicht strahlen kann. Er war bis dato übrigens der einzige Österreicher, der jemals am Ring als Gewinner die Ziellinie passierte.

Sofort eilten wir zur Siegerehrung und jubelten Niki und McLaren zu. Das Benetton Team war bereits vergessen. Ja so sinds, die Prinzessinnen. Zweiter wurde Nelson Piquet, den ich immer äußerst attraktiv fand und das dritte Stockerl bestieg Michele Alboreto. Der LeMans Sieger fiel ebenfalls dem Rennsport zum Opfer, 2001 am Lausitzring als bei Testfahrten nach einem Reifenschaden an der Hinterachse sein Audi R8 ausbrach und sich bei 300 km/h mehrfach überschlug. Man merkt, 300 km/h scheint so der Point of no Return zu sein. Alboreto schaffte es zumindest ins beschauliche Alter von 45 Jahren.

Das 100. Kapitel folgt am 20. April 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
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Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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