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11 Apr

Hotel Hautzenbichl 97

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

97. Kapitel

Das Highlight der Ferien nahte. Formel 1. Die Rennteams kamen am Donnerstag angegondelt, mit ihren riesigen Trucks, die mörder-stylisch lackiert waren. Belli, Lulli und ich schwangen uns auf die respektiven Drahtesel, der Führerschein befand sich noch am Horizont unserer Wahrnehmung. Wir radelten die B17 entlang, bogen ins pittoreske Sachendorf ab und ritten direkt in die Boxengasse ein. Das war damals kein Problem. Pässe, Akkreditierungen und ähnliches fand in unserem Wortschatz nicht statt. Die Eintrittskarte hieß „bella bionda“. Zumindest bei den italienischen Teams.

Das Benetton Team bescherte uns einen besonders herzlich warmen Empfang. Sergio hieß das heißeste Geschwür, das die italienische Mechaniker Gilde zu bieten hatte. Im Allgemeinen sahen die Jungs recht scharf aus. Von Kopf bis Fuß in Benetton Klamotten gehüllt, was ein zusätzliches Asset bildete. Natürlich im legendären Signature-Grün, was ihnen den Reiz von 1000PS Turbo Heuschrecken verlieh. Wir schreiben August 1984 und es schlug die Stunde der Turbo Motoren. Der Sound konnte sich auch hören lassen.

So hingen wir die Tage in der Box bei unseren Benetton Mechanikern rum und hielten sie nach Möglichkeit von der Arbeit ab. Abends trafen wir sie in „Down Town“ Zeltweg oder Knittelfeld. Selbstverständlich waren sie mobil, somit gestalte sich der Weg zu den diversen Lokalen unkompliziert.

Am Samstag vor dem Rennen saßen Lulli, Belli und ich auf einem der Weidezäune und rauchten Dames, Johnny oder Memphis und Lulli, die in dieser Beziehung immer schon mehr Stil hatte als wir beiden anderen, Men. Ebenfalls ein Produkt der Austria Tabak mit einer rattenscharfen Werbung, die sich in einem Flugzeug abspielte und im Stile des „Film Noir“ gedreht war. Ein unfassbar gut aussehender Typ in einem Nadelstreifanzug, dessen james-bond-esque Coolness förmlich greifbar war und eine Stewardess, die den engsten Stiftrock der Welt zu einem verwegenen Käppi trug und aussah wie eine jüngere pornografische Version eines Brigitte Bardot/Sophia Loren Klons, fungierten als Hauptakteure. Eine wahre Perle des österreichischen Werbefilms, leider nicht mehr auffindbar, selbst im Internetz nicht.

So ließen wir unsere noch nicht durch Cellulite verseuchten langen Beinchen vom Weidezaun baumeln, hielten unsere Gesichtchen gegen die Abendsonne (dafür rächte sich die Haut Jahre später mit massiver Faltenbildung) und spekulierten über die Absichten der Benetton Mechaniker herum. Wir überlegten wie breit wir die Beine wohl spreizen müssten, um an die Pässe fürs Rennen zu kommen.

Das 98. Kapitel folgt am 15. April 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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