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9 Mrz

Hotel Hautzenbichl 86

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

86. Kapitel

Die Weihnachtsferien nahten, was mir gar nicht recht war, bedeutete es doch geografische Distanz vom Objekt meiner Begierde. Zu Hause angekommen, erwartete mich ein verstörendes Gespräch mit meiner Mutter. Anscheinend hatte jemand aus Wiener Neustadt bei meinen Eltern angerufen und damit gedroht, sollte ich mich nicht schleunigst von Artie trennen, mir Säure ins Gesicht zu schütten, um mich für den Rest meines Lebens zu verunstalten. Die Anruferin erwähnte auch andere Arten der Verstümmelung und Methoden mir Schmerzen zuzufügen. Meine Eltern hatten bis dato natürlich keinen Tau davon, dass Artie existierte.

Gut, diese Ereignisse gestalteten meine Weihnachtsferien eher ungemütlich. Die Linde, bis aufs Mark erschüttert durch den Inhalt des Telefonats beobachtete mich mit Argus Augen. Ich hatte nicht mal Gelegenheit Artie anzurufen um mir ein Bild der Situation zu verschaffen. Selbst Tankred wirkte ziemlich verstört. Linde keppelte mich laufend an, welchen Umgang ich eigentlich pflege und wo und mit wem ich mich rumtreibe und so weiter und so fort. Ich war echt entnervt.

In der Zwischenzeit grübelte ich darüber nach, wer da angerufen haben könnte. Meine Recherchen führten mich zum Schluss, dass es sich um ein eher pummeliges Mädchen, deren „registered Trademark“ eine stets von einer mit einem durchaus auffälligen Schweißfilm überzogene Nase bildete, handelte. Sie kam aus dem ehemaligen Dunstkreis Arties, hing immer im Witetschka rum und verabscheute mich Abgrund tief. Wieso – entzog sich meiner Kenntnis. Es war mir auch wirklich wurscht.

Endlich neigten sich die beschissenen Weihnachtsferien dem Ende zu und ich bestieg den Zug nach Wiener Neustadt. Es war natürlich arschkalt und deshalb trug ich meinen schwarzen Plüschmantel im Paletot-Schnitt inspiriert von Piet Mondrian. Darunter ein hautenges Kleid mit geflochtenem Oberteil – tres sexy. Meine Mutter hätte schon ahnen können was ich vorhabe, rein durch die Wahl meiner Garderobe. Aber so ausgebraten war sie dann auch wieder nicht.

Man muss sich die Szene wie die eines „Nouvelle Vague“ Films, ich denke hier an Jean-Luc Goddard oder vielleicht doch eher an Claude Chabrol, bedenkt man an das traurige Ende dieser Affaire, vorstellen. Es ist dunkel und neblig am Bahnsteig, nur das kalte Licht der Neonlaternen durchbricht die Finsternis. Alles in schwarz-weiß natürlich – da sieht man auch besser aus, wenn man gut ausgeleuchtet ist.

Ich steige aus dem Zug, lasse meinen Blick über den Perron schweifen und erspähe den Angebeteten, der im Dunst des abfahrenden Zuges ungeduldig um sich blickt. (Die ÖBB hatte zu diesem Zeitpunkt allerdings schon Elektro-Loks in Betrieb.) Ich lasse meine Reisetasche fallen und wir laufen auf einander zu – dazu ertönt Francis Lei Soundtrack zu „Un homme et une femme“. Wir fallen uns in die Arme und küssen uns leidenschaftlich. Cut.

Das 87. Kapitel folgt am 12. März 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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