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22 Feb

Hotel Hautzenbichl 81

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

81. Kapitel

Sommerferien im Hotel Hautzenbichl. Ich langweilte mich maßlos. Ich hatte mein zweites Jahr in Wiener Neustadt abgearbeitet und die Kluft zwischen mir und den Freunden, die immer noch in Knittelfeld festklebten verbreiterte sich. Aber mit Belli, Fluschi, Lulli und Cleo hing ich immer noch viel rum. Ich rauchte nun auch ungeniert zu Hause, ich war im Juni 16 geworden und somit war mir der Genuss von Zigaretten gesetzlich gestattet, und was sollten meine Eltern schon sagen, frönten sie doch beide selbst dem blauen Dunst.

Ich glaube wir bereicherten in diesen Ferien auch einige Male die Knittelfelder Dorf Disco, die sich „Auwirt“ nannte mit unserer Anwesenheit. Eine Einrichtung, die Pizzeria, Wirtshaus, Kegelbahn, Tanzlokal und was weiß ich noch alles in sich vereinte. Die Musik, die dort aus den Lautsprechern schallte, war ein Mix aus Schlager, Oldies but Goldies und hie und da einem damals zeitgenössischen Song. Gelinde gesagt, brutal nervenzerfetzend. Dorfdeppen gab es derer viele an der Zahl, die mit originellen Klassikern wie: „Bist du öfters da?“ – selbstverständlich im Murtaler Idiom – an die örtlichen Mösen ran wollten. Es war bitter.

Ich vermisste das P3, die kleine, aber schicke Discothek im ersten Stock eines Hauses in der Neustädter City. Dort traf man sich, die Jungs sahen gut aus – zumindest im dämmrigen Licht – und Madonna, Sade, Matt Bianco und Konsorten trällerten aus den Boxen. Immerhin besser als seltsame deutsche Schlager, vorgetragen von Interpreten, deren lyrisches und musikalisches Talent einen einfach nur erschauern ließ. Das Cockpit, wie berichtet die einzig ernstzunehmende Location dieser Art existierte zu diesem Zeitpunkt schon länger nicht mehr.

Alternativ bot sich ein Etablissement in Judenburg an, das sich Pauls Bar oder so ähnlich nannte und innenarchitektonisch stark an ein Bordell erinnerte. Roter Plüsch wohin das gequälte Auge reichte. Ich musste mich bei der Lokalauswahl immer auf meine Freundinnen verlassen, da ich aufgrund meiner ganzjährigen Abwesenheit natürlich keinen Überblick über das Angebot hatte. Auch der An- und Abtransport unserer Körperchen zu und von den jeweiligen Örtlichkeiten gestaltete sich schwierig.

Hier musste ein Freund von Belli herhalten, in den sie seit Ewigkeiten verknallt war und der in Wiener Neustadt die Militärakademie besuchte. Er hielt sich für extrem gut aussehend, war maßlos eitel und von sich selbst überzeugt. Das fiel selbst der Linde auf, die ihn, so glaube ich, kurzfristig als potenziellen Schwiegersohn ins Kalkül zog, aber ich war 16 – Alter! Mir ging er mir mit seinem Military-Gefasel ziemlich auf meine nicht vorhandenen Eier, er zeigte aber grundsätzlich eine gutmütige Disposition und ließ sich von Belli immer überreden, als unser Chauffeur zu fungieren. Wie auch immer, eine event-technische Trostlosigkeit hing über der Region.

Das 82. Kapitel folgt am 25. Februar 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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