Featured Posts

The winner is: Urban Decay!
Liebe LeserInnen, gleich zu Beginn: Ihr könnt gewinnen, und zwar Lippenstifte von Urban Decay – und wie es funktioniert findet ihr am Ende des Posts raus!
View Post
Fashion Trends A/W 16/17
View Post
Vienna Fashion Week – Favorites
Die Vienna Fashion Week hat wieder begonnen, und wir stellen euch hier ein paar unserer Favoriten vor. Seid ihr diese Woche auch bei einer der Shows beim Museumsquartier dabei?
View Post
To top
24 Mai

Hotel Hautzenbichl 8

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

Achtes Kapitel

Der Weg ins AA-Hospital gestaltete sich recht kostspielig – das spielte sich spät nachts ab und die Einfahrtsstraßen nach Cairo waren bereits durch Polizei und Militär dicht gemacht. Es bedurfte 5000 U$ um all die Typen zu schmieren, die meine Mutter und mich vom Spital trennten. Eine für damals unvorstellbare Summe. Der Gynäkologe meiner Mutter fungierte übrigens auch als Arzt am saudischen Königshof und hatte bereits geholfen eine nicht unbeachtliche Zahl an Saudi Prinzessinnen auf die Welt zu bringen.

Ausschließlich mit der Zange. Auch mir blühte dieses Schicksal – GSD kann ich mich nicht mehr erinnern. Zur gleichen Zeit entband eine ägyptische Dame im AA-Hospital – man muss in diesem Zusammenhang erwähnen, dass meine Mutter ein eher dunkler Typ ist, also fast schwarze Haare hatte, im Gegensatz zu Tankred, dem Blondel.

Sorry Sir, this is not your child

Also was passiert: Die Krankenschwester kommt mit einem hübschen Baby mit dunklem Haar, und langen schwarzen Wimpern in das Wartezimmer, in dem mein Vater zappelnd sitzt. Damals waren Geburten noch Frauensache. Erfreut über seinen rassigen Sprössling hüpft er auf und will ihn aus der Nähe bewundern. „Sorry Sir, but this is not your child – we will show you your daughter immediately.“ Man kann sich seine Enttäuschung vorstellen, als ihm ein knallrosa kahles brüllendes Bündel präsentiert wurde. Mir war heiß – zum Zeitpunkt meiner Geburt hatte es 48 Grad Celsius – ich war das noch nicht so gewohnt.

Das nächste Problem: Eine Identität für das neue Kind kaufen – auch hier war sehr viel Schmiergeld im Spiel. Ägyptische Ämter sind in Friedenszeiten schon kaum ohne Nervenzusammenbruch zu überstehen – in Kriegszeiten verschärft sich diese Tatsache überproportional. Eine Geburtsurkunde musste her – damit ich ausreisen konnte.

Eigentlich hätte ich Stella heißen sollen – daraus wurde nichts. Die verstanden das nicht. Plan B – nennen wir sie halt Alexandra – ist eh wurscht – hier kommt diese obersteirische Empathie-Losigkeit und Härte wieder zum Vorschein. Tatsächlich steht in meiner Geburtsurkunde Alexandria – so wie die nordägyptische Stadt – auch die notarielle Übersetzung zeichnet sich durch vollkommen unsinnige Aneinanderreihungen von nicht zusammen passenden Worten aus.

Stella

Drei Wochen nach meiner Geburt jettete meine Mutter mit mir nach Salzburg – es war das erste Flugzeug, das Cairo in Richtung Österreich verließ und checkte sich bei meinen Großeltern in Hautzenbichl ein. Mein Vater kam erst ein halbes Jahr später mit dem Schiff über den Suez Kanal. Er hatte das ganze Hab und Gut, sowie den VW Käfer dabei. Er ging in Triest an Land, der Krempel musste dann von dort nach Knittelfeld geschafft werden.

Ursprünglich hatte er schon einen Vertrag um in Mali zu arbeiten unterschrieben, dort brach jedoch gerade der Biafra-Krieg aus. Keine optimale Umgebung für einen Säugling. Fazit: Ende des Globetrotting – Back to the roots: Hautzenbichl, Knittelfeld.

Das neunte Kapitel folgt am 27. Mai 2020!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

1 Comment
  • Avatar
    Jenny

    Ich habe mich bisher köstlich amüsiert mit der Geschichte – ich kann den nächsten Teil kaum erwarten!

    26. Mai 2020 at 20:19 Antworten

Leave a reply