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10 Feb

Hotel Hautzenbichl 77

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

77. Kapitel

In diesem Jahr blieben die Türen zwischen dem Mädchen- und Burschentrakt geschlossen. Schwangerschaften konnten im Vorjahr glücklicherweise vermieden werden, doch geschahen nun deutlich häufiger Unfälle, da die Kletteraktionen der Jungs zunahmen. So brach sich ein Bursche, nennen wir ihn Clumsy, das Schlüsselbein beim Sturz aus dem 2. Stock. Glücklicherweise fand das Klettermanöver auf der Rückseite des Gebäudes statt, er schlug am Rasen auf. Wäre er auf der Frontseite des Hauses runtergeplumpst, hätte er sich vermutlich sämtliche Knochen gebrochen. Da wäre er nämlich auf Beton geknallt.

Einen weiteren Wermutstropfen bildete die Tatsache, dass Marion, meine süße Trash-Punk Prinzessin nicht mehr wiederkehrte. Sie blieb für alle Zeit verschollen. Das Zimmer teilte ich abermals mit der faden Ingi. Von dieser Seite erfuhr ich wenig Ablenkung. Die musste ich mir in Form diverser Jungs suchen. Keiner entpuppte sich als besonders bemerkenswert oder spannend.

Die Anzahl der Schülerinnen in der Mode 2 hatte sich gegenüber dem ersten Jahr fast halbiert. Viele hatten es anscheinend als Alternative zum Polytechnikum genutzt und starteten danach eine Lehre. Irgendwie wurde es gemütlicher, wir waren nur noch knapp über 20 Kids in der Klasse. Im zweiten Jahr reduzierte sich die Stundenanzahl auf 42 Wochenstunden. Immerhin drei weniger als im Jahr davor, aber auch noch genug. Gut – wir, die untalentierten Schneiderlein brauchten eh jede Sekunde davon – um einigermaßen mit unseren Werkstücken fertig zu werden.

Manchmal traf ich mich noch mit dem Ex-Sängerknaben, aber die Faszination hatte definitiv nachgelassen. Das Semester plätscherte so vor sich hin. Diebstähle im Internat nahmen rasant zu. Neben meinem geliebten Bändchen Pulli in pistaziengrün kamen mir noch etliche andere Kleidungsstücke und Wertgegenstände abhanden. Ich fragte mich immer, wem meine Kleidung passen könnte – ich war damals schon ein dürrer Krampen – das Rätsel sollte niemals gelöst werden. Mutter hatte die Nase voll, befand das Internat als unseriös und organisierte meinen Umzug in eine private Unterkunft. Das Szenario sollte nach den Semesterferien stattfinden.

Das 78. Kapitel folgt am 13. Februar 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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