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7 Feb

Hotel Hautzenbichl 76

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

76. Kapitel

Das erste Jahr in Wiener Neustadt hatte ich also überlebt. Gut – mit einer saftigen Essstörung, aber ich wollte eh immer dürr sein. Alles was du trägst sieht dann gut aus und du brauchst niemals den Bauch einzuziehen. Das hat auch Joop erkannt, indem er feststellte, der einzige Job eines Models sei dünn und schön zu sein. Richtig. Man sollte sich doch viel mehr um die Aber-Millionen Übergewichtigen, Fetten und Blaaaaden sorgen (sie belasten das System wesentlich nachhaltiger) als die Modewelt ständig wegen drei anorektischer Models, die es übertrieben haben, anzuklagen.

Und so kehrte ich, mit meinen UK Outfits bewaffnet guter Dinge nach Wiener Neustadt zurück. Diesmal war es einfacher. Ich hatte die Maschinerie intus und kannte – bis auf die neuen Zöglinge – ohnehin schon alle. In der Schule traf ich auf dasselbe Szenario, mit dem Unterschied, dass wir von nun an ausschließlich in der Bräunlichgasse unterrichtet wurden, abgesehen von Steno und Turnen. Zwei von mir gnadenlos verabscheute Fächer.

Die spektakulär exzentrische Lehrerin, die ihre Menopause nicht so richtig im Griff hatte entzündete meine Liebe zu Steno- und Schreibmaschine ebenfalls nicht zwingend. Sie kam auf bizarre Ideen, wie beispielsweise uns während des Unterrichts einzusperren und sich danach auf den Schlüssel zu setzen. Als wir durch die Fenster türmten – der Unterricht fand im Erdgeschoss statt – erlitt sie einen glatten Nervenzusammenbruch. Sie konnte ja nicht aufstehen, dann hätte sie doch den Schlüssel preisgegeben. Die Beschwerde über unser Verhalten brachte ihr wenig, da es selbst damals schon verboten war Schüler im Klassenzimmer einzuschließen.

Eine federführende Rolle bei diesem revolutionären Spektakel nahm Ändi Ju ein. Fahnenschwingend, wie Jeanne dÀrc und Kampfparolen rezitierend, kletterte sie allen voran aus dem Fenster. Ich rechnete schon mit Feuersbrünsten am Horizont, untermalt von crescendo-esquen sphärischen Klängen und uns gebrüllten Sprechchören, in denen wir nach Liberté, Égalité, Fraternité verlangen. Wir waren bereit Blut zu vergießen…

Dazu sollte es dann doch nicht kommen, jedoch waren wir die spektakulär exzentrische Steno-Prinzessin erst mal los. Sie verschwand auf unbestimmte Zeit in der Klapse und der Unterricht wurde glücklicherweise für eine unbestimmte Zeit ersatzlos gestrichen.

Das 77. Kapitel folgt am 10. Februar 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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