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20 Jan

Hotel Hautzenbichl 70

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

70. Kapitel

In der Schule lief es so einigermaßen weiter. Der Werkstätten Unterricht war nach wie vor das größte Problem, ich musste erkennen, dass meine Talente wo anders lagen, nämlich im Entwurf. Modezeichnen bereitete mir auch wirklich Spaß. Dabei vergaß ich meist, dass die Modelle, die ich voll Inbrunst zu Papier brachte später auch schneidertechnisch umgesetzt werden mussten. Am Ende rettete mir das aber doch den Arsch, da ich immer äußerst aufwendige Teile entwarf, die schwierig umzusetzen waren. Das wurde in der Beurteilung durchaus berücksichtigt. Nordische Pure-ness war in den 80ern nicht so angesagt. Lediglich Jil Sander begann uns schon eifrig damit zu langweilen.

In der Zwischenzeit entwickelten sich auch schon einige lockere Freundschaften in der Schule, sowohl als auch im Internat. Ein paar davon sollten unser Leben lang halten. Ganz süß fand ich Goldie. Sie besuchte ebenfalls meine Klasse, die sich Mode 1 nannte. Aber das war kein Wunder, denn Goldie fanden alle süß. Glattes langes hellblondes Haar, hellblaue Augen, ein äußerst hübsches Gesichtchen und von allerliebsten Wesen, musste man sie einfach lieb haben. Sie rockte so den schwedischen Typ. Abgesehen davon gab es das ganze Ensemble zwei Mal, denn sie hatte auch noch einen Zwillingsbruder. He was also easy on the eyes. Und sie fuhr Vespa – heute würde man sagen Vintage – damals einfach nur eine alte – nämlich eine Special Baujahr 1967 oder so und Goldie customized: hellblau und rosa. Sie war einige der wenigen der Klasse, die tatsächlich in Wiener Neustadt wohnten.

Goldies Umfeld bestand hauptsächlich aus „rich kids“. Das interessante daran war, dass deren Eltern zum Großteil Schlachthöfe beziehungsweise Fleischereien besaßen. Das irritierte mich etwas. Darauf ritt auch immer Ändi Ju rum, ebenfalls Neustädterin, die ich für wirklich sehr kreativ hielt und die traumhaft rotzfrech und durchgeknallt war – und zwar zu allen und in allem. Ihre Kompromisslosigkeit machte mich fast ein bisschen scharf. Es lebt sich jedoch nicht unbedingt leichter mit ihr.

Die beiden nahmen mich mit ins bereits erwähnte „Cafè Witetschka“ und so lernte ich all diese Vögel kennen. Einige wenige fand ich spannend, die meisten von ihnen zählten jedoch nicht zu den „brightest stars in the sky“. Die selbstinszenierten jugendlichen Dramen, die sich dort abspielten, lieferten durchaus Unterhaltungswert und die dem Teenager-Alter eigene, nicht ausdifferenzierte Gefühlskultur (Danke Fräulein Dr. Felbinger für diese Diktion) sorgte für Gossip ohne Ende.

Das 71. Kapitel folgt am 23. Jänner 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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