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17 Jan

Hotel Hautzenbichl 69

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

69. Kapitel

Wieder zurück in Wiener Neustadt verabredeten wir uns. Gleich in der Nähe seiner Wohnung. Ich wollte ja nicht seine Lebensgeschichte erzählt bekommen, sondern mit ihm ficken. Wir trafen uns erst im Witetschka, einem von mir und der jugendlichen Upper Class Wiener Neustadts häufig frequentiertem Cafè. Er sah an diesem Tag sehr gut aus, was mich in meinem Vorhaben massiv bestärkte. Nach dem Genuss von zwei Ribiselwein (Alkohol wurde hemmungslos an Minderjährige ausgeschenkt) zappelten wir zu seiner Wohnung, die nicht weit entfernt lag.

Er legte Musik auf. Im wahrsten Sinne des Wortes – wir befanden uns immer noch im Vinyl-Zeitalter. Die Stones natürlich. Also: Mick Jagger grunzt vor sich hin, heftiges Geschmuse beginnt. Langsam entledigen wir uns der Kleidung. Ich trug an diesem Tag übrigens ein royalblaues hautenges Kleid und Stiefel – es war ja immer noch Winter. Ich stellte fest, dass sich an ihm wirklich kein Gramm Fett befand, was ich als sehr zufriedenstellend empfand. Waschbrettbäuche gab es damals bedauerlicherweise noch nicht. Der Fitness – Wahn steckte noch in den Kinderschuhen und die Typen verbrachten ihre Freizeit nicht damit irgendwelche Gewichte herumzuschleppen oder sich auf Streckbänken zu räkeln.

Aber zurück zum Wesentlichen. Der Typ ist sehr aufgeregt und grunzt mit Mick Jagger im Gleichklang – nehm ich wenigstens an, da ich eine gewisse Musikalität auf Grund der Vorgeschichte mit den Sängerknaben voraussetzte. Endlich platziert er seine Pfoten dort wo es Spaß macht. Die Sache mit der Klitoris schien jedoch noch nicht ganz zu ihm vorgedrungen zu sein. Na ja – er war ja auch erst 23, ich hoffe nur für die mir nachfolgenden Gespielinnen, dass er in späteren Jahren davon Kenntnis erlangte. Enthusiasmus konnte man ihm jedenfalls nicht absprechen, imitierten seine Fingerlein doch die Bewegungen einer Black&Decker Schlagbohrmaschine. „Hoffentlich wird das noch spannender“, dachte ich mir und schnappte mir sein Schwänzchen um etwas damit zu spielen – endlich konnte ich mein in der Bravo erworbenes Wissen in die Tat umsetzen.

Im Nu ist er steinhart. Mick Jagger schmachtet „Angie“ vor sich hin. Ich erwähne, dass es sich dabei eigentlich um die Frau von David Bowie handelt. Eine musikhistorische Begebenheit, die von ihm in diesem Moment allerdings ignoriert wird, was ich als äußerst unhöflich empfinde. Er hat Schwierigkeiten seinen Weg zu finden, auch dabei muss ich behilflich sein. In meinem späteren Leben werde ich erkennen müssen, dass Männer in jeder Lebenslage ständig Unterstützung brauchen, wurscht ob sie was von A nach B schleppen oder einen Nagel in die Wand schlagen sollen.

„Rums“ und es ist passiert. Okay – ich könnte jetzt behaupten es hätte nicht weh getan, das wäre aber eine glatte Lüge. Ich erinnere mich, den Vorgang mit einem zarten „Auuuu“ untermalt zu haben. Einen Gummi verwendeten wir natürlich auch nicht. Verhütung galt eher als nebensächlich und Aids gab es noch nicht – vermutlich. Ich ging nicht davon aus, dass er an einem Tripper oder der Syphilis litt. Hier sollte ich recht behalten. Gut – er rammelt noch ein wenig herum während ich mir die Wohnungseinrichtung etwas näher ansehe. Vor allem die Deckenbeleuchtung, die ich als aus den 1960er Jahren stammend einstufe. Der Rest des Interieurs entpuppt sich auch nicht unbedingt als berauschend. Bei „Paint it Black“ kommt er dann endlich. Mir war in der Zwischenzeit, auf Grund meines eingeschränkten Sichtfeldes schon ein wenig fad geworden.

Höflichkeitshalber akzeptiere ich ein Glas Wein, wir rauchen im Bett, das auf Grund meiner soeben abgelegten Jungfräulichkeit ziemlich versaut ist. Nicht mein Problem. Er kann ja die Bettwäsche seiner Mama zum Waschen bringen. Ich ziehe mich wieder an, eine Tätigkeit die mir in Anbetracht dessen, dass der Typ noch im versifften Bett rumliegt und mir dabei zuschaut relativ unangenehm erscheint. Das Ausziehen war mir nicht so peinlich. Wir verabschieden uns mit einem Küsschen und ich überlege mir, ob ich die Sache jemals wiederholen möchte. Zumindest nahm er Abstand davon die Frage „war ich gut?“ zu stellen. Auch das sollte mir in Zukunft ein paar Mal passieren. Am besten man beantwortet sie immer mit einem glatten „nein“, das weckt den Ehrgeiz und spornt die Performance an.

Das 70. Kapitel folgt am 20. Jänner 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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