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14 Jan

Hotel Hautzenbichl 68

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

68. Kapitel

In der Schule lief es eigentlich ganz gut, nur dieser vermaledeite Werkstätten-Unterricht bereitete mir etwas Sorgen. Ich durfte mich wie schon erwähnt leider nicht zu den begnadeten Schneiderinnen zählen. Nachdem ich endlich die Kunst ein Knopfloch (das Pony als akzeptabel befunden hatte) zu nähen, gemeistert hatte, ging es voran zum ersten ernstzunehmenden Werkstück. Eine Schürze. Braun mit kleinem weißen Druck – Pünktchen oder Blümchen oder ein ähnlich atemberaubendes Muster. Von der vorderen Taille liefen Rüschen über die Schulter zur hinteren Taille, seitlich wurde sie mit Bändern zusammen gehalten. Das vordere und hintere Unterteil der Schürze war an der Taille natürlich auch gezogen.

Ich glaube Andrea aus Ternitz und ich waren die letzten, die nach wochenlanger Herumwurschtlerei endlich mit diesem modischen Erguss fertig wurden. Die Rüschen mussten mehrere Male neu zugeschnitten werden, da durch das ständige Auftrennen das Material schon mürbe geworden war und sich auflöste. Wiederum wurden allgemein sehr viele Tränen in den Häuseln der Bräunlichgasse vergossen.

Grundsätzlich hatte ich meine in Hautzenbichl geschmiedeten Vorsätze für ein wildes Leben schon gut umsetzen können. Lediglich die Sache mit der lästigen Jungfräulichkeit war noch ausständig. Es galt, diese so rasch wie möglich zu beseitigen. Silvester 1981/82 verbrachte ich bei Tella in Leoben. Ihre Brüder schmissen eine Party. Die meisten Gäste – irgendwie kann ich mich nur mehr an Jungs erinnern – waren schon über 20.

Ein Typ gefiel mir besonders gut. Groß, sehr dünn, längere lockige schwarze Haare, dunkler Teint, hübsche Fratze, was soll ich sagen förmlich ein Adonis. Er war 23 und irgendwann zuvor in seinem Leben trällerte er für die Wiener Sängerknaben, außerdem war er ziemlich eng mit irgendeinem Landeshauptmann verwandt. Abgesehen davon jedoch – generell betrachtet – schon ein rechter Loser. Zu diesen, sowie drogenabhängigen Halbtoten und Musikern die meist in eine der zuvor erwähnten Kategorien fielen, zog es mich Zeit meines Lebens hin.

Ich fand heraus, dass er ebenfalls in Wiener Neustadt wohnte und – das ist relevant in diesem Zusammenhang – eine Wohnung sein eigen nannte. Best case scenario. Nun galt es, sich ihn mir gefügig zu machen. Das war simpel, denn er kippte voll auf mich rein. Ich war jung, süß, ungezogen und frech. Also „full entertainment“. Was kann ein Typ mehr verlangen?

Zu Silvester schmuste ich heftig mit ihm herum. Er durfte mir auch auf die kaum vorhandenen Titten greifen. Ein Manko, das sich niemals korrigieren lassen würde. Dafür hatte ich immer schmale Hüften und lange Beine. Tits or ass. Die Jungs mussten sich halt entscheiden.

Das 69. Kapitel folgt am 17. Jänner 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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