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19 Dez

Hotel Hautzenbichl 66

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

66. Kapitel

Im Herbst dieses bemerkenswerten Jahres 1981 wurde uns nahegelegt doch die örtliche Tanzschule zu besuchen. Wahrscheinlich hatten die einen Deal mit dem Internat. Wir erkannten das natürlich sofort als Möglichkeit abends mal länger aus zu gehen und meldeten uns sofort kollektiv an. Die Kohle dafür knöpften wir unseren Eltern ab, die der Idee wohl gesonnen gegenüberstanden.

Insgeheim sah mich die Linde bereits in einem blassrosa Punschkrapferl-Kleid anmutig übers Parkett schweben, am Arm eines künftigen Bankdirektors (jetzt zwar noch ein pickeliger Jüngling) der eine der zahlreichen Raiffeisenkassen in der Steiermark leiten und 16 Gehälter beziehen würde. Diesen Traum konnte ich ihr leider nicht erfüllen.

Der Tanzkurs sollte lediglich als Cover für interessantere Aktivitäten dienen, wie in Discotheken, Bars oder anderen Lokalen rumzuhängen. Die erste Stunde absolvierten wir artig, wobei meine Unfähigkeit Arme und Beine der Musik entsprechend zu koordinieren deutlich zu Tage trat. Das hatte schon die Ballettlehrerin in Knittelfeld festgestellt, die der Linde nahelegte, als ich nach der Schließung dieser Ballettschule unbedingt in Leoben den Unterricht weiterbesuchen wollte – es machte mir einfach so viel Spaß und ich konnte meinen Körper auf Grund einer angeborenen Sehnenschwäche immer sehr verbiegen – diese Leidenschaft nicht weiter zu verfolgen.

„Sie wird die Musik niemals in Bewegung umsetzten können, dafür fehlt ihr einfach das dazu nötige Gehör!“ So das Zitat dieser obersteirischen Ballerina, die wie der Rest der dort ansässigen Bevölkerung nicht um den heißen Brei herumstotterte, sondern die Dinge in der üblich steirischen Brutalität beim Namen nannte. Das Projekt Tanzschule lief hervorragend – wir bezahlten und nach dieser ersten Stunde – die zur Reconnaissance diente, amüsierten wir uns prächtig in verschiedenen Lokalen der Stadt. Niemand verlangte jemals den Ausweis und kontrollierte unser Alter.

Das 66. Kapitel folgt am 11. Jänner 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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