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13 Dez

Hotel Hautzenbichl 64

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

64. Kapitel

Hauptsächlich das Internat, aber auch die Schule bildeten uns zu versierten Lügnern aus, die mit eiskaltem Poker Face und ohne mit der Wimper zu zucken stets eine Story parat hielten, um sich aus diversen eher unangenehmen Situationen heraus zu lavieren. Lügen wurden eingesetzt um sich mehr Freiheit zu verschaffen. Wenn man institutioniert ist, lautet das größte Bestreben sich davon zu befreien. Der Kreativität sind kaum Schranken gesetzt.

Wichtig ist es, die Unterschriften von Vater und Mutter zu beherrschen. Mitschülerinnen aus der Modeschule mussten häufig für solche Coups herhalten. Das lief dann so: Ich legte einen Zettel vor, auf dem meine Mutter bestätigte, dass ich bei einer Schulfreundin übernachten durfte (Mutter war selbstverständlich ahnungslos und wähnte mich wohl aufgehoben im Internat). Besagte Schulfreundin fertigte einen Wisch an, in dem ihre Mutter bestätigte, dass ich dort schlafen würde. Voilà – und schon konnte man sich eine Nacht lang amüsieren – mit wem auch immer.

Aber auch das Internat selbst und dessen Umgebung hielt einige Amusements bereit. Die Zöglinge kamen förmlich aus ganz Österreich. Die meisten aus Niederösterreich, einen Arsch voll Steirer gab es auch und selbst ein paar aus Tirol und Kärnten hatten sich ins lauschige Wiener Neustadt verirrt. Am interessantesten fand ich die Wiener. Sie stammten schließlich aus der größten Stadt des Landes, was mir unendliche Ehrfurcht abrang.

Die zwei attraktivsten Exemplare hörten auf die Namen Xandi P. und Christian N. Mit Xandi bin ich heute nach knapp 40 Jahren immer noch befreundet und Christian trafen wir gemeinsam letztes Jahr. Wir erkannten uns auf Anhieb wieder und verstanden uns nach wie vor blendend.

In diesem Zusammenhang ist auch zu erwähnen, dass die immer von ihren Vätern in Super-Schlitten im Internat abgesetzt wurden. Xandi im Ferrari, Christian im Jag. Das verursachte bei mir beinah Schnappatmung, auto-affin wie ich schon als Teenager war. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich mein Arsch noch nicht mal in einen Porsche gesetzt.

Der Unterschied zwischen ihnen und uns Landeiern war deutlich spürbar. Es umgab sie einfach das cosmopolitische Flair einer Metropole – oder so stellte ich mir das zumindest vor. Damit meine ich nicht, dass sie Angeber waren oder etwa arrogant. Es war ihnen beispielsweise peinlich in den Nobelhobeln ihrer Väter vorgefahren zu werden und zwangen diese sie weit vor dem Internat abzusetzen. Sie waren aus diversen Gymnasien Wiens geflogen, das war auch der Grund warum sie nun ihr Dasein in Wiener Neustadt fristeten – was sie gelinde gesagt maßlos anfuckte. Die Kasernierung im Internat ließ uns alle zu zornigen rebellischen Teenagern mutieren, die ausschließlich Blödheiten im Schädel hatten und diese nach Möglichkeit auch in die Realität umsetzten.

Das 65. Kapitel folgt am 16. Dezember 2020!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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