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22 Nov

Hotel Hautzenbichl 59

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

59. Kapitel

Im Internat angekommen, verknackte mich eine der ErzieherInnen sofort den Studiersaal aufzusuchen um zu lernen – Alte was denn? Es ist der erste Schultag, wir haben noch nicht mal Bücher bekommen. Was war mit der? Gut – setzte ich mich halt hin, in diesem Saal, der den beige-gelblichen Charme des Sitzungszimmers eines mittelgroßen Familienunternehmens der 70er Jahre versprühte. Sie wollten wahrscheinlich, dass wir üben, wie das in Zukunft so laufen sollte. Ich hatte bereits meinen Stundenplan bekommen und mit Entsetzen festgestellt, dass ich mich von nun ab mit einer 48 Stunden Woche abquälen musste. Davon 25 Stunden Werkstätte. Das würde mir zumindest die Studierstunden im Internat ersparen, da der Schul- Unterricht täglich meist bis 17.20h andauerte. Was für Aussichten…

Um 18h stand „Essen ausfassen“ am Plan. Es gab Oderberger mit Brot und Tee – den gab es dauernd. Wässrig, von undefinierbarem Geschmack, aus einem Nirosta-Bottich via „Tap“ zu entnehmen, wie beim Bundesheer. Was noch nie von Oderberger gehört? Seltsam, denn sie entwickelte sich für mich zur Wurst des Grauens. Gegen die wirkt ein Burenhäutl wie die Kreation eines Gault Millau dekorierten Spitzenkochs. Okay – das Abendmahl war vernachlässigbar.

Stattdessen schlich ich mich raus ins Freie um vier oder fünf Zigaretten zu rauchen. Dafür war es erforderlich sich unter das Radar der ErzieherInnen zu begeben, was nicht so schwierig war, denn sie hatten ihr Glashaus verlassen um Oderberger zu schlemmen. Hinterm Haus entdeckte ich einen optimalen Spot für dieses Unterfangen. Dieser war bereits von anderen unter 16jährigen RaucherInnen, die aus der Oderberger-Hölle geflohen waren frequentiert. Hier konnte man sich mit Gleichgesinnten unterhalten.

Zurück ins Zimmer zu meinem Messy-Wuchtbrummen-Roommate. Ich ging mal duschen, wenn man früh dran war, hatte man noch die Chance eine einigermaßen saubere Duschzelle vorzufinden. Dort traf ich Tella, auch schon 16 Jahre alt und offensichtlich sollte ihr in der Knödelakademie beigebracht werden, wie man zur perfekten Hausfrau wird, ohne sich dafür täglich mehrere Martini-Cocktails reinknallen zu müssen.

Sie war aus Leoben in der Steiermark, was etwa 30 km von Knittelfeld entfernt liegt. Tella stammte aus überaus wohlhabendem Hause – ihre Eltern besaßen einige Modegeschäfte, unter anderem auch in der Fußgängerzone in Wiener Neustadt – abgesehen davon hatte sie große Brüder, einer davon ebenfalls im Internat untergebracht. Nicht uninteressant. Die Geschwister umgab das Flair klassischer „rich kids“. Die Abteilung wo Kohle keine Rolle spielt. Sie ließen es nur mäßig raushängen.

Das 60. Kapitel folgt am 28. November 2020!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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