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19 Nov

Hotel Hautzenbichl 58

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

58. Kapitel

Eine gertenschlanke, super-gestylte, jedoch höchst resche Person betritt die Szene. Sie erschien in Vertretung unseres designierten Klassenvorstandes. Innerhalb von zwei Nanosekunden hatte sie alle 38 Teenager-Mädels im Griff. Es kristallisierte sich heraus, dass es sich um unsere künftige Chemie-Professorin handeln sollte, die uns für die kommenden drei Jahre in diesem Fach unterrichten würde. Ich empfand ihr gegenüber eine Mischung aus Bewunderung und gnadenloser Furcht, die mich bis aufs Mark erzittern ließ. Sie erklärte uns in dieser allerersten Stunde wo Gott wohnt. Bumsti-Nazl, dachte ich mir. Tough as fuck!!!

Am nächsten Tag sollten wir uns um 8h morgens in der Bräunlichgasse einfinden. Für mich eine neuerliche navigatorische Herausforderung. Aber vorerst musste ich wohl ein Schreibwarengeschäft finden, um die von der Chemiebombe in Auftrag gegebenen Hefte und Mappen zu besorgen. Ich zückte meinen Stadtplan und arbeitete mich zum Hauptplatz vor, wo ich auch ein Stoffgeschäft entdeckte. Praktisch. Vis à vis befand sich das Papierfachgeschäft, es standen bereits 3000 Schüler davor – hab ich schon erwähnt, dass Wiener Neustadt als Schulstadt gilt?

Ich verbrachte den Rest des Tages damit zwei Hefte und eine Mappe zu erstehen. Viele drängten sich auch einfach vor, mein Durchsetzungsvermögen war noch nicht so ausgeprägt, um die Vordrängler dementsprechend in die Schranken zu weisen. Das sollte sich bald ändern. Um mit 14 Jahren in einer Stadt, die wesentlich größer als Knittelfeld war und wo ich weder in der Schule, noch im Internat oder der Stadt selbst jemanden kannte, nicht unter zu gehen musste ich mir schleunigst eine etwas rauere Schale zu legen und mein Ego gewaltig aufblasen. (Das ist dir gelungen – Diktion: Chefredakteur und Ehemann).

Nachdem ich endlich den Einkauf getätigt hatte, der Stunt sollte mir in den kommenden Tagen und Wochen noch öfter bevorstehen, trat ich wieder den Trip retour in die Aufbewahrungsstätte an. Diese Fußmärsche fuckten mich bereits am Tag eins an. Ich empfand sie etwa so reizvoll wie einen Ausflug nach Werchojansk. (Sibirische Stadt und einer der Kältepole dieses Planeten). Zum Thema Mobilität musste ich mir auch noch was überlegen, denn sonst würden meine Füße spätestens zu Weihnachten abfallen.

Das 59. Kapitel folgt am 22. November 2020!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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