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16 Nov

Hotel Hautzenbichl 57

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

57. Kapitel 

In dieser ersten Nacht im Bundeskonvikt schlief ich nicht so fantastisch, stand mir doch Montag Morgen der erste Schultag in der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe/Abteilung Mode bevor. Nachdem ich mich für dieses epochale Ereignis gestylt hatte, verzichtete ich auf das Frühstück. Meine Mutter hatte mich täglich gezwungen, diese Mahlzeit zu mir zu nehmen. Seit diesem ersten Schultag hab ich nie wieder gefrühstückt – es gab niemanden mehr der mich dazu vergattern konnte. Meine erste kleine Freiheit. Nicht zu essen sollte mein größtes Druckmittel werden. Die einzige Macht, mit der ich meine Mutter bezwingen konnte.

Nach der morgendlichen Essensverweigerung trottete ich die sieben Kilometer stadteinwärts zur Militärakademie am Burgring, wo die Modeschule untergebracht war. Die fachbezogenen Fächer wie Werkstätte, Modezeichnen (mein Lieblingsfach) Schnittkonstruktion & Modellarbeit und vieles mehr fanden in den Gebäuden an der Bräunlichgasse statt, die man durch die Durchquerung des Stadtparks erreichte. Ein etwa 20 minütiger Fußmarsch. Sport wurde in den Räumlichkeiten des Polizei Hauptquartiers Wr. Neustadt (PDWN) unterrichtet. Für Steno und Tippen mussten wir in die Evangelische Kirche. Man sieht die Modeschule befand sich noch in den Baby-Patscherln. Wir zappelten ständig durch die Gegend um zu den einzelnen Lehrveranstaltungen zu gelangen.

Endlich angekommen musste ich mal meine Klasse suchen, was nicht so einfach war, die Militärakademie ist von unüberschaubaren Ausmaßen. Nachdem ich endlos herumgeirrt war, fand ich zu guter Letzt doch noch das Klassenzimmer. Bereits bevölkert von gefühlt dreihundert Schülerinnen. In Wirklichkeit waren es 38. Es war nur mehr ein Platz in der ersten Reihe frei, eh gut – ich schlug mich bereits mit 3,5 Dioptrien Kurzsichtigkeit herum und hatte meine (dicken, tellergroßen) Kontaktlinsen noch nicht so richtig im Griff.

Ich nahm neben dem schönsten Mädchen, das ich jemals auf freier Wildbahn gesehen hatte Platz. Sie hieß Motti und hätte Schneewittchens Cousine sein können. Neben ihr fühlte ich mich gleich wie eine tramplige Landpomerantsche, was ich auch war, aber nicht sein wollte. Rechts von ihr saß ein Mädel mit rotem Kraushaar in einem wunderschönen pinken indischen Kleid – die waren super en vogue damals. Pressy rockte den ätherischen Typ und war – uuups! – offensichtlich schwanger. Teenagermütter standen damals nicht so an der Tagesordnung, das kam erst später auf RTL.

Das 58. Kapitel folgt am 19. November 2020!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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