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15 Mai

Hotel Hautzenbichl 5

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

Fünftes Kapitel

Ganz im konservativen Sinne seiner katholischen Erziehung wurde selbstverständlich erwartet, dass Tankred in die Fußstapfen seines Erzeugers tritt und ebenfalls den ehrenwerten Beruf eines Rechtsanwalts ergreift. Wer meinen Vater kennt, weiß, dass er dafür absolut ungeeignet ist – er redet nicht gerne und vor allem nicht viel.

Einige Semester lang gaukelte er seinen Eltern vor Jus zu studieren, hatte aber an der Technischen Universität Graz inskribiert. Die Aeronautik war und ist seine Leidenschaft. Natürlich flog der Schwindel auf. Man warf ihn zu Hause raus und enterbt wurde er auch gleich. Die Steirer sind ein harter Menschenschlag und Firlefanz wie Empathie findet in der kargen Gegend des Murtals wenig Platz.

Der Aeronaut

Während dieser Zeit traf er meine Mutter – angeblich in der Straßenbahn… Sie war erst 15 und besuchte die Handelsschule in Graz. Weiterhin dem aeronautischen Traum nachjagend, checkte sich Tankred in der Militärakademie Wiener Neustadt ein. Dort wo Generäle und Kampfpiloten geschmiedet werden. Auch eine eher fragwürdige Entscheidung, da ihm Unterwürfligkeit und Befehlsentgegennahme nicht wirklich liegen. Er flog auch umgehend wieder raus. Wegen Aufmüpfigkeit. Ein angenehm sympathischer Charakterzug – den er mir auch weitergegeben hat.

Nach diesem deprimierenden Exkurs kehrte Tankred mehr oder weniger reumütig nach Knittelfeld zurück. Meine Mutter ließ nicht locker – er war anscheinend der Typ ihrer Träume – ihr wisst schon, die Sache mit dem guten Aussehen – Knittelfeld bot in dieser Hinsicht nicht besonders viel. Sie hatte in der Zwischenzeit das Kindesalter hinter sich gelassen und arbeitete in der Firma ihres Vaters, der das Unternehmen auf Schlosserei, Kunstschlosserei und Landmaschinenhandel ausgeweitet hatte. Job-Discription: Sekretärin und Tochter des Chefs.

Tankred weigerte sich in der Firma seines Schwiegervaters in spe zu malochen, das war von der Aeronautik so weit entfernt wie Scheibbs von Nebraska. Irgendwo musste aber Kohle herkommen, deswegen heuerte er bei einer Firma die Kühlgeräte herstellte an. Auch nicht die Erfüllung, allerdings musste er dort nicht mit Schwiegermonstern dealen.

Anfang der 60er Jahre nahm Tankred ein Jobangebot in Germany an, genauer gesagt beim Flugzeugkonstrukteur Dornier. Endlich konnte er seinen Traum rund um, mit und in den Flugzeugen zu leben, verwirklichen. Zu diesem Behufe zog er nach Oberpfaffenhofen (heute German Space Operation Center und Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) in die Nähe des Starnberger Sees.

Linde befand sich nach wie vor in Hautzenbichl, was sie wahrscheinlich nicht so prickelnd fand. Nach Ausübung sanften Drucks heiratete sie 1962 ihren Aeronauten und folgte ihm nach Steinebach, wo sie ebenfalls bei Dornier arbeitete – als Chefsekretärin von Herrn Dornier. Der sich laut den Angaben meines Vaters unendlich vor ihr fürchtete.

Das sechste Kapitel folgt am 18. Mai 2020!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
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Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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