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11 Sep

Hotel Hautzenbichl 38

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

38. Kapitel

Prägenden Einfluss nahm die katholische Kirche auf mein Leben. Dies manifestierte sich in sonntäglichen Messebesuchen, initiiert vom Tankred. Wie wir wissen, absolvierte er acht Jahre Abteigymnasium Seckau. Ähnlich einem Aufenthalt auf Alcatraz. Der Katholizismus wurde ihm da schon ordentlich reingeprügelt, gut – er war auch bereits familiär vorbelastet.

So zerrte er mich am Tag des Herren vor dessen Altare. Ich durfte aus mehreren Optionen wählen. A) Dorfkirche St. Margarthen (das Kaff neben der Mur, wo mein Vater aufwuchs) B) Dorfkirche Kobenz (das Kaff neben der Mur zu dem Hautzenbichl zählt, das als einzige sakrale Stätte ein „Marterl“ neben dem Schloss vorweisen kann, C) Stadtpfarrkirche Knittelfeld (das etwas größerer Kaff neben der Mur und Verwaltungshoheit der beiden zuvor genannten Orte, D) Basilika Seckau – (das Kaff etwas abseits der Mur, hinter den Bergen versteckt und Aufbewahrungsort für Aristo-Teenager) meines Vaters Lieblingskirche.

Ich konnte mich also zwischen Pest, Cholara, Typhus und Ebola entscheiden. Meist wollte ich in die Stadtpfarrkirche Knittelfeld, dort eröffnete sich zumindest die Möglichkeit eine Klassenkameradin zu treffen und etwas Fun zu haben, in dem man irgendwelche unschuldigen Opfer auf Grund ihrer Outfits oder physischen Defekte ausstallieren konnte.

Pest oder Cholera

Die Linde – sie selbst ist evangelisch, jedoch von der Perfidie des organisierten Verbrechens, das sich katholische Kirche nennt, fasziniert – goutierte diese sonntäglichen Ausflüge aufs Eifrigste, war sie uns dann doch für ein paar Stunden los. Oft genug fiel die Entscheidung den Herren zu ehren auf Seckau. Tagwache 7. 45 Uhr. Die Anreise dauerte schon gute 15 Minuten. Wie gesagt der 1, 4 Tonner Benz wurde von läppischen 60 PS angetrieben. Der schale Genuss eines Hochamts erwartete mich dort. Dauer der Show: Drei Stunden Minimum. Je nachdem wie die Padres drauf waren konnte es auch länger dauern.

In der Basilika hat es im Sommer maximal 14 Grad Celsius. Im Winter bildete sich Frost auf den Häuptern der Gläubigen. Moonboots – es ist wichtig warme Füßchen zu bewahren, während man den gregorianischen Gesängen lauscht – sowie Schal, Handschuhe und Haube sind auch in der warmen Jahreszeit zu empfehlen. Hab ich erwähnt, dass Hochämter in lateinischer Sprache gehalten werden. Damals schon habe ich Abbitte und Buße für alle später begangenen Sünden geleistet. Mein Guthaben ist heute noch enorm.

Das 39. Kapitel folgt am 17. September 2020!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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