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8 Sep

Hotel Hautzenbichl 37

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

37. Kapitel

In diesem Sommer stürzte die Reichsbrücke ein und Niki Lauda verunglückte in der grünen Hölle am Nürburgring. Alles am gleichen Tag. 1. August 1976 – Sonntag. Wir saßen beim Frühstück und wie immer lief Ö Regional Radio Steiermark. Schlager und volkstümliche Musik definieren diesen Sender. Mich wunderte immer, dass die Nachrichten gesendet wurden ohne musikalisch von den fidelen Obergurktalern untermalt zu sein.

Die Meldung die Reichsbrücke sei eingestürzt rief am Küchentisch keine auffälligen Reaktionen hervor. Bis zu diesem Frühstück wusste ich nicht mal, dass es eine Reichsbrücke gab. Erst viele Jahre später – im Stau oder bei Diskussionen mit der fotografierenden Exekutive – war es mir möglich eine Beziehung zu diesem Bauwerk zu entwickeln. Sie ist nach wie vor etwas gespalten.

Einstürzende Reichsbrücke

Sonntag „Grand Prix schauen“ galt und gilt als Fixpunkt im Leben von Tankred. Nur eine der vielen Gemeinsamkeiten, die er mit meinem Mann, dem Chefredakteur teilt. Das hängt a) mit Tankreds Interesse an Technik und Motoren und b) mit der geografischen Nähe zur Rennstrecke, die damals noch Österreich Ring hieß, zusammen. Der Kurs ist etwa fünf Kilometer vom Haus meiner Eltern entfernt.

So sitzt der Tankred also vorm TV Gerät und sieht sich auf FS 1 in schwarz weiß offensichtlich einen Bericht über den bevorstehenden Deutschland Grand Prix an. Plötzlich vernehmen Linde und ich Schreie aus dem Wohnzimmer. Wir springen auf und eilen zum Ursprung des Tumults. Mein Vater murmelt kreidebleich: „Da Lauda hot si dastessn.“

Niki Nazionale

Selbst Mutter und ich erstarrten. Ein Leben ohne Niki Nazionale? Unvorstellbar. Wen haben wir dann noch außer Franz Klammer? Man kann die Helden Österreichs doch nicht willkürlich dezimieren. Musste doch schon Jochen Rindt 1970 in Monza dran glauben, hingerichtet von Lotus und der verfickten vorderen Bremswelle.

In der „Zeit im Bild“ um 19.30h – manche Dinge ändern sich nie, nur die Grafik und die Moderatoren kommen und gehen – gab es ausführliche Berichte beider Ereignisse. Mit Bildern! Gespannt harrten wir mit angehaltenem Atem an, ob Niki seinen Aufenthalt im brennenden Boliden überleben würde. Etliche Tage später konnten wir durchatmen. „Der zache Hund“ (Diktion Tankred) hatte es geschafft.

Zwei Wochen später fand der Grand Prix in Spielberg statt. Ohne Niki, dem ging`s immer noch nicht so super und ohne Scuderia Ferrari. Sappalott aber auch – eigentlich kein richtiges Rennen. Nichts desto Trotz schwangen sich Tankred und ich auf die Fahrräder und strampelten zwecks Lokalaugenschein zum Ring. Damals konnte man noch ungezwungen im Fahrerlager herumspazieren. Dazu gibt`s eine gute Story, die acht Jahre später stattfinden sollte.

Das 38. Kapitel folgt am 11. September 2020!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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