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2 Sep

Hotel Hautzenbichl 35

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

35. Kapitel

Mutproben galten als großes Thema bei den Söhnen und Töchtern Hautzenbichls. Dazu gehörte es beispielsweise über die schon leicht angetaute Eisfläche des Ententeichs zu rennen. An seiner tiefsten Stelle wird er so vier bis fünf Meter tief sein, schätze ich. Kein ungefährliches Unterfangen, oft hörte man rund um sich schon das Eis knacksen. Es ging um Geschwindigkeit und natürlich um die Ehre. Es war ein wenig mafia-esque. Der Pate kam 1972 in die Kinos – wir waren inspiriert. Omertà schworen wir uns, indem wir uns mit einer Nadel in die Finger stachen und das Blut untereinander vermischten.

Glücklicherweise ersoff niemals jemand bei diesen Stunts. Ich brach mal bis zu den Knien ein, es befand sich unter der eigentlichen Eisschicht jedoch noch eine zweite, was mich rettete. Meine Moon Boots waren bis oben vollgesogen mit Wasser, das versetzte mich in einen gewissen Erklärungsnotstand gegenüber der Linde. Aber nachdem ohnehin täglich „a Detschn“ am Programm stand, war es eigentlich eh wurscht. Wie schon erwähnt, ihre rechte Hand saß recht locker.

Andere Herausforderungen bestanden darin, tote halbverweste Mäuse oder Vögel über eine gewisse Distanz in der bloßen Hand zu tragen oder in Stückchen geschnittene Regenwürmer zu verzehren. Beliebt war es auch aus großen Höhen zu springen. Diese Mutprobe sorgte für etliche Verstauchungen, Prellungen und einige Knochenbrüche. Solche Blessuren wurden mit Stolz getragen.

Omertà

Zwischen der Werkstatt und der Lagerhalle, beide teilen unser Grundstück der Länge nach, befand sich ein Mittelbau mit Flachdach, der beide Gebäude miteinander verband. Eine Außentreppe führte auf besagtes Flachdach in etwa fünf Meter Höhe. Den Zustand der Betondecke könnte man durchaus als porös bezeichnen.

Im Winter mussten die Schneemassen entfernt werden, da Einsturzgefahr bestand. Es war uns natürlich strikt untersagt, dieses Dach zu betreten. Sich darauf aufzuhalten zählte zu unserer täglichen Routine. Im Winter sprangen wir von dort auf die darunter liegenden Schneehaufen. Silli landete eines Tages am Rücken – ich dachte schon sie sei tot, da sie sich eine Zeit lang nicht bewegte. Um ihren Zustand zu verifizieren rief ich runter: „Hey – lebst noch?“ Sie japste „Ja eh“, stand auf und wir machten weiter.

Das 36. Kapitel folgt am 5. September 2020!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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