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21 Aug

Hotel Hautzenbichl 31

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

31. Kapitel

Zu Weihnachten 1975 beschlossen Tankred und Linde mir das Land meiner Geburt näherzubringen. Man buchte eine Reise nach Ägypten. Ich war außer mir vor Aufregung. Der Tankred warf die Motoren des Benz an und in gewohnt rasanter Fahrt – „man muss das Feld von hinten aufrollen“, ist noch heute seine Devise – ging es in Richtung Vienna International Airport Schwechat. Im Gegensatz zu heute war dieser zu diesem Zeitpunkt mit einer begrünten Rollbahn in Hicksville Tennessee zu vergleichen. Ich roch förmlich schon die große weite Welt, als wir im Airrest auf den Abflug warteten.

Egypt Air hatte es sich zur Aufgabe gemacht uns nach Cairo zu schippern. Der Innenraum des Jets – ich glaube es handelte sich um eine DC10 – machte einen schon etwas abgeranzten Eindruck. Dafür sahen die Stewardessen – die hießen damals noch so – vielversprechend scharf aus in ihren knappen grünen Kleidchen und dem verwegenen Chapeau. Die Outfits zeigten nicht einmal einen Anflug muslimischer Bedecktheit. Ihre Augen waren mit schwarzem Eyeliner umrandet und sie schleuderten glühende Blicke um sich. Ich war fasziniert.

Landung am Cairo International Airport. Ich konnte nicht verstehen, warum die Fensterscheiben mit dunkelblauer Farbe gestrichen waren. Tankred meinte, dies sei während des 6-Tage Krieges notwendig gewesen, damit die israelischen Aufklärer nachts die Lichter der Stadt nicht wahrnehmen konnten. Aber war das nicht schon vor acht Jahren gewesen? Anyway, ich fand mich für den Rest des Urlaubs mit verdunkelten Räumen ab. Die Ägypter hatten es anscheinend nicht so mit dem Fensterputzen.

Cairo again!

Die Einreise gestaltete sich etwas mühsam. Wiedermal musste ich mich bis auf die Unterwäsche ausziehen – auch meinen Eltern erging es nicht besser – und ein ägyptischer Zollbeamte durchwühlte die Garderobe meiner Barbie Puppe – dieser Wüstling. Nachdem wir die grenzüberschreitenden Immigration-Demütigungen ertragen hatten, schnappten wir uns ein Taxi und ich bekam den ersten Eindruck davon, was Großstadt Verkehr bedeutet. Nämlich: Stau, Lärm, Gehupe, Geschrei, Gefuchtel, quietschende Bremsen und Busse an denen Trauben von Menschen hingen – außen!

Mir blieb jedoch wenig Zeit dies zu reflektieren, denn Linde hatte bereits ein straffes Sight Seeing Programm organisiert. Es begann mit einem Ausflug zu den Pyramiden inklusive Ritt auf einem unsympathischen Kamel, gefolgt von einem Spaziergang durch Chan el-Chalili, dem Souk/Bazar der Stadt und natürlich einem Besuch des Ägyptischen National Museums.

Mumien wohin das Auge reichte – in Glassärgen! Mumien wurden damals noch ausgestellt, jetzt ist dies nicht mehr möglich, a) aus Pietätsgründen und b) wegen den Luftfeuchtigkeitsverhältnissen – Mumien neigen zu zerbröseln. Schon zuvor outete ich mich als Cleopatra-Groupie. Als der Hollywood Monumental Schinken mit Liz Taylor und Richard Burton irgendwann auf FS1 in schwarz-weiß lief, befand ich mich selbstverständlich im Publikum. Taylors/Cleopatras Kostüme entwarf die US-amerikanische Kostümbildnerin Irene Sharaff, sie waren umwerfend und Sharaff streifte dafür einen Oscar ein. Fieberhaft suchte ich nach Cleopatras Mumie und fand sie auch -irgendwo hinten in einer Ecke, ich war empört. Allerdings konnte ich keine Ähnlichkeit zu Liz Taylor entdecken und außerdem klaffte ein riesiges rundes Loch in Cleopatras Schädel. Unattraktiv!

Das 32. Kapitel folgt am 24. August 2020!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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