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9 Aug

Hotel Hautzenbichl 28

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

28. Kapitel

An der Sonnblickgasse, allerdings auf der gegenüberliegenden Straßenseite befanden sich noch zwei Häuser. Eines davon gehörte einem kinderlosen Ehepaar namens Hönigl. Ihn könnte man als ewig arbeitslosen Säufer, der die Gesellschaft seiner Gattin, einer angsteinflößenden Megäre nach Tunlichkeit mied, definieren. Sprich er war fast nie anwesend, was man ihm eigentlich nicht übel nehmen konnte. Sie war brutal bösartig – und ich meine damit gottlos teuflisch. Deswegen soff er wahrscheinlich auch wie ein Loch.

Eines Tages zog ein kleines Mädchen bei ihnen ein. Die Linde recherchierte umgehend und fand heraus, dass es sich um ein Waisenkind handelte, das von Hönigls in Pflege genommen worden war. Ein grundsätzlich hehrer Gedanke. Man hätte ihnen beinah christlich soziale Empathie nachsagen können. Dem war nicht ganz so.

Mini - Arbeitssklave

Das Mädchen namens Siggi wurde ad hoc zu einem Mini-Arbeitssklaven ausgebildet. Nach der Schule musste sie Haus- und Gartenarbeit verrichten. Schwere Wassereimer schleppen zur Bewässerung des Scheiß-Gemüsegartens (der ganze Stolz der verfickten Megäre), Unkraut jäten, Erde umstechen und was sonst noch so alles anfällt. Niemals durfte sie mit uns anderen Kindern spielen. Wirklich niemals.

Abgesehen davon schrie die alte Fotze das arme Mädchen von morgens bis abends an, natürlich nicht ohne eine Reihe von diffamierenden Schimpfworten in ihre Tiraden einzubauen. Siggi fing sich natürlich auch „Dresche“ ein und zwar nicht zu knapp.

Meine Mutter alarmierte mehrmals die Fürsorge. Die kündigte selbstverständlich jeden ihrer Besuche an. Das waren die Tage, an denen Siggi mit ihrer einzigen Puppe hübsch artig im Garten spielen durfte. Die Arschlöcher von der Fürsorge zogen zufrieden wieder ab – froh sich nicht weiter darum kümmern zu müssen. Was Siggi erfahren musste, war körperlicher und verbaler Missbrauch ersten Grades. Das System versagte – wie auch 50 Jahre später noch so oft. Fazit: Die Zerstörung eines Lebens.

Das nächste Kapitel erscheint am 15. August 2020!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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