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6 Aug

Hotel Hautzenbichl 27

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

27. Kapitel

Bei unserer Heimkehr ins triste Hautzenbichl erfuhr ich von meinem Großvater, dass Sillis Mutter Anfang der Woche bei einem Autounfall tödlich verunglückt war. Mir blieb die Luft weg. Ich wollte natürlich sofort an Sillis Seite eilen um Trost zu spenden. Meine Mutter hielt mich – in diesem Fall sanft – zurück. Wahrscheinlich die richtige Entscheidung.

Die Familie, alle vier befanden sich im Auto, einem hässlichen Kachtettl der Marke Simca in ockergelb, war auf der B 17, der alten Triester Straße in der Gegend von Zeltweg unterwegs. Sillis Vater, ein Richter und gnadenlos miserabler Autofahrer (Diktion Tankred) kam von der Straße ab und der Wagen stürzte eine Böschung hinunter. Alle, bis auf Sillis Mutter blieben heil. Sie hatte so gravierende Verletzungen, dass sie noch an der Unfallstelle verblutete – neben ihren Kindern.

Schlachtfeld Straße

Die Rettung hatte sich auch recht Zeit gelassen. Der Informationsfluss gestaltete sich damals wesentlich langsamer als in unserem digitalen Zeitalter. Man muss in diesem Zusammenhang zusätzlich anmerken, dass Kopfstützen und Sicherheitsgurte noch nicht zur Serienausstattung gehörten und der Simca war nicht damit ausgerüstet, ich bin oft genug mitgefahren. Unser Benz konnte natürlich mit allen damals relevanten Sicherheitsstandards aufwarten. Darauf legte Tankred großen Wert.

Einige Tage später durften Silli und ich uns endlich treffen. Ich war bei ihr, sie wohnte ja nur 80 Meter von mir entfernt. Ecke Blumenstraße/Edelweißgasse. Ich empfand die Stimmung im Haus als wäre ich in ein Vakuum gesogen worden. Ein schwarzer Nebel der Trauer und Verzweiflung kroch durch die Zimmer. Die Familie befand sich in einem psychisch desolaten Zustand. Speziell der Richter, er fühlte sich schuldig am Tod seiner Frau, bis zu seinem eigenen Tod nur sieben Jahre später.

Aber wie allgemein bekannt ist „Steirerbluat ka Himbeersoft“ und so ging das Leben wie gewohnt weiter. Für Silli und Ulla halt „senza mama“. Dafür gabs die Fritzi, die Großmutter der beiden, ebenfalls im selben Haus wohnend. Sämtliche Generationen lebten zu diesem Zeitpunkt noch unter einem Dach. Schwierig. Konflikte waren vorgekocht.

Bei der Fritzi, einer überzeugten Narzisse, ihre mentale und psychische Programmatik schmiedete der erste und zweite Weltkrieg, dachte man panisch an Flucht. Eine gewisse emotionale Brutalität, aber auch eine allgemeine Crazyness konnte man ihr nicht absprechen. Sie ignorierte Sillis Legasthenie und anstatt Hilfestellung zu leisten, zwang sie die Siebenjährige zu endlosen Partien am Schachbrett.

Das 28. Kapitel folgt am 9. August 2020!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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