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17 Jul

Hotel Hautzenbichl 26

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

26. Kapitel 

Ich maß der Schule eher wenig Bedeutung bei, für mich war sie eine fantastische Gelegenheit mit meinen Freunden abzuhängen. Diese Bedeutungslosigkeit fand ihr jähes Ende in einem meiner ersten Diktate. Ich schrieb Hosn statt Hasen. Klar man sagt umgangssprachlich ja auch Hosn. Einen weiteren Stolperstein bildete das Wort Marmelade. Ich konnte das „r“ nicht hören, also schrieb ich voll Überzeugung Mamelade. Kein normaler Mensch sagt Marrrmelade. Was soll das?

Die Verbesserung unter Aufsicht der Linde lief nicht so gut. Ich konnte das „r“ nämlich immer noch nicht heraushören. Ich schrieb es etwa 25 Mal falsch. Könnte auch am obersteirischen Idiom liegen. Linde erlitt einen epochalen Auszucker. Er endete damit, dass sie mich windelweich drosch. Ich quietschte wie ein aufgespießtes Ferkel, was dazu führte, dass mein Opa zu meiner Rettung herbei eilte. Er schimpfte recht arg mit ihr. Ich weinte bis mein Papa von der Arbeit heimkam – was sicher einige Stunden später erst passierte. Selbstverständlich bekam sie auch von ihm ihr Fett ab. Ätsch!

Mamelade oder Marmelade?

Man muss zu ihrer Verteidigung anmerken, dass sie zu diesem Zeitpunkt unter einer Disfunktion der Glandula Thyroidea (Schilddrüse – sonst glaubt vielleicht noch jemand sie wäre geisteskrank gewesen) litt. Sie sah am helllichten Tag auch Mäuse im Schlafzimmer sitzen, darauf hin rief sie meinen Vater auf der Airbase an, er möge sofort nach Hause kommen um die Mäuse zu fangen. Er weigerte sich kategorisch. Da musste Minki herhalten. Ihre Aufgabe war es, die Maus zu erledigen. Stunden später fand man Minki in den Daunenbetten schlummernd vor. Keine Maus weit und breit. Muss ich noch mehr sagen?

Und so verging mein erstes Schuljahr. Im Großen und Ganzen ein voller Erfolg. Na ja – bis auf die Mamelade. Wie jedes Jahr verbrachten wir den Sommerurlaub in Caorle. Das Schöne daran war, dass man auch die anderen Knittelfelder dort antraf. Es war wie zu Hause – nur mit Meer, italienischer Küche und besserem Wetter.

In diesem Sommer begleitete uns die Familie Hopps. Onkel Ernesto war schon super alt, meine Tante Olivia – übrigens ein scharfer Zahn italienischen Ursprungs – war gute 30 Jahre jünger als er. Skandalös für obersteirische Verhältnisse! Mit ihren beiden Töchtern Ella und Gabi – damals gab es hauptsächlich Gabis, Petras, Sabines und Claudias – verstand ich mich blendend. Wir verbrachten eine Woche wonnigen Frohlockens am Wasser.

Das 27. Kapitel folgt am 3. August 2020!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
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Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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