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10 Jul

Hotel Hautzenbichl 24

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

24. Kapitel

Nach Unterrichtsende schmissen wir uns wieder „on the road“ – selbstverständlich „per pedes“, um den halbstündigen Heimweg anzutreten. Man konnte die Distanz von DownTown Knittelfeld nach Hautzenbichl auch schneller bewältigen. Aber zu Hause wartete nur das Mittagessen (eventuell eine steirische Klachlsuppe, oder Beuschel mit Knödel – schon damals nicht zu meinen kulinarischen Favoriten zählend) auf mich. Anschließend Hausübung. So hatte ich mir die Schulzeit nicht vorgestellt. Speziell die Sache mit der Hausaufgabe und dem „Üben“ im Allgemeinen fuckten mich maßlos an.

Nach der Brotsuppn als Entreè und gedünsteter Kohlrabisoße als Main Course (zwei auch bis zum heutigen Tage von mir gemiedene Speisen) durfte ich endlich raus zum Spielen. Wir alle spielten ausnahmslos immer nur im Freien. Egal bei welcher Witterung und unabhängig von den Temperaturen. „Damit wir keinen Dreck ins Haus tragen“. Das wäre ein Supergau für jede unserer Mütter gewesen – allesamt Hausfrauen. Zur Grundausstattung zählte „schöne“ Schulkleidung und jene alten Fetzen die man zum Spielen trug. Man musste sich, bevor man bei Einbruch der Dunkelheit das Haus wieder betrat, ihrer entledigen.

Steirische Klachlsuppn

Nach der Hausübung scharrten auch die anderen Kids schon in den Startlöchern und wir trafen uns auf der Gasse. Die weitere Freizeitgestaltung erfolgte meist im aufgelassenen Ziegelwerk inklusive Lehmgrube und Teich – es war uns natürlich strikt verboten uns dort rumzutreiben. Gefahren wie in den Schächten verschüttet zu werden oder im Teich zu ersaufen ignorierten wir verächtlich. Wenn man sechs ist lacht man dem Grim Reaper noch laut schallend ins düstere Antlitz.

Oft hielten wir uns auch auf der hinteren Seite unseres Grundstückes auf, da wir dort ebenfalls von eventuellen Observationen durch Erziehungsberechtigte abgeschottet waren. Wir spielten Cowboy und Indianer – Winnetou war unser Superheld – oder Kojote, was mit lautem Geheule verbunden war. So wussten die Erziehungsberechtigten zumindest, dass wir uns noch am Leben befanden.

Wir waren bis auf die Zähne bewaffnet. Stöcke, Äste, Pfeil und Bogen sowie kleine Taschenmesser zählten zu unserem Basis Equipment. Die Jungs besaßen natürlich auch Revolver und Gewehre. Wir Mädchen konnten da nicht mithalten. An solcherlei Spielzeug kamen wir einfach nicht ran. Man schenkte Mädchen keine Krachen. Auch damals stießen wir schon – zumindest in dieser Form – an die gläserne Decke.

Das 25. Kapitel folgt am 13. Juli 2020!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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