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7 Jul

Hotel Hautzenbichl 23

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

23. Kapitel

Am ersten Schultag trug ich stolz meine Schultüte vor mir her – ich hätte nicht aufgeregter sein können. Ich fühlte, dass mein Leben begann. Dieses Gefühl sollte ich noch ein paar Mal im Laufe dessen verspüren.

Das Schulgebäude der Volksschule Knittelfeld für Knaben und Mädchen befand sich vis à vis vom BG & BRG Knittelfeld an der B 17, die natürlich mitten durch das Kaff führt. Die Volksschule wurde 1867 erbaut und war somit genau hundert Jahre älter als ich. Die Klassenräume befanden sich auch auf diesem Standard. WC gab`s schon – was für ein Glück.

Volksschule Knittelfeld

Das Interieur der Klassenzimmer bildeten vier längliche Stahlrohrkonstrukte, an denen Tische inklusive Öffnung für das Tintenfaß!!!, Sitzflächen und Rückenlehnen, allesamt smaragdgrün lackiert, als Zweierreihen hintereinander befestigt waren. Das Lehrerpult und die Tafel rundeten das Ensemble ab.

Strikte Geschlechtertrennung versteht sich von selbst. Wir waren eine reine Mädchenklasse – dieses Schicksal sollte mir bis zur Matura beschieden sein. Hinter diesem Gebäude war die Stadt Knittelfeld bereits emsig damit beschäftigt einen Stahl-Asbest-Plastik-Bau aus dem Boden zu stampfen. Dieser strotzte nur so vor lauter neuen hippen Materialien, alle für die Ewigkeit und ökologisch auf keinen Fall abbaubar. Man hatte es damals noch nicht so mit dem Umweltschutz.

Auf diese Weise lehrte man uns Lesen, Schreiben und Rechnen. „Winkerl stehen“ war nach wie vor ein großes Thema. Religion römisch-katholisch versteht sich von selbst. Ich glaube es gab keine anderen Bekenntnisse, zumindest in meiner Klasse. …und so übten wir As und Os und Rs in quadratische Hefte mit riesigen Zeilenabständen zu malen. Spannend.

Ich hatte eine sehr liebe junge Lehrerin, aber nur ein halbes Jahr lang. Die blöde Kuh wurde nämlich schwanger und ward nie wieder gesehen. Danach folgten zwei furchtbare Drachen. Beide selbstverständlich kinderlos, mit dem pädagogischen Verständnis einer Hyäne.

Das 24. Kapitel folgt am 10. Juli 2020!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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