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26 Jun

Hotel Hautzenbichl 19

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

19. Kapitel

Irgendwie überstand ich auch dieses Drama und die Zeit bis zu meinem ersten Schultag verlief relativ ereignislos. Mein Ziel war es Freunde zu finden. Ich hasste es ein Einzelkind zu sein. Ich hatte bereits mitbekommen, dass Familien existierten, in denen es mehr als nur ein Kind gab. Ich wollte Geschwister. Nach dem Stress in Cairo, anscheinend für meine Mutter keine Option. Viele Jahre später sollte sie mir entgegen brüllen: „A zweite so wie du hätt mi eh umbrocht!“ – Just sweet!

Man muss auch erwähnen, dass meine Mutter, die Linde und ich, uns ab 1977 ausschließlich nur mehr anbrüllten und angifteten. Derlei liebevoller Umgang miteinander stand an der Tagesordnung. Die Ehe meiner Eltern befand sich ab 1972 schon in recht desolatem Zustand. Verwunderlicher Weise haben sie sich bis heute nicht getrennt, rein aus wirtschaftlichen Gründen, vermute ich.

Noch vor meinem ersten Schultag, besuchten wir den Bruder meines Vaters, Haymo und seine Familie in Kärnten. Treffen am Ossiacher See, ein weiterer deprimierender Ort in dieser Republik. Haymo, seine Frau – auch eine Roswitha, war wohl ein beliebter Name in der Nazizeit – und meine Cousine Andrea wohnten in einer Ansammlung diverser Häuser an einem steilen Abhang nahe des Waldrandes.

Carinthian Vampires

Nachher fand ich heraus, dass in den anderen Behausungen enge Verwandte von Roswitha lebten. Ich fürchtete mich vor jedem einzelnen von ihnen. Ich fühlte mich wie in einem rumänischen Dorf voller Vampire – hinter jeder Ecke vermutete ich „Vlad – The Impaler“, der im dunklen Wald hinterm Haus die Köpfe seiner leergesoffenen Opfer sorgsam auf Spießen arrangierte.

Das Highlight dieses Besuches waren neben meiner Cousine Andrea, die ich sehr gern mochte, die Katzen. Wo Vampire sind, sind auch Katzen. Allesamt sehr schwanger. Ein paar hatten schon geworfen und voller Entzücken durfte ich die Baby Kätzchen bestaunen. Ich wollte eines. Unbedingt und ganz dringend. Natürlich verließen wir Treffen ohne Kätzchen im Gepäck.

Ich benzte die folgenden Wochen pausenlos deswegen. Irgendwann ließ sich die Linde breitschlagen. Und noch vor meinem ersten Schultag, es war das Ende des Sommers 1973, reisten die Bewohner der Vampirkolonie an. In einer Schuhschachtel, die zu einem kleinen Bettchen umfunktioniert worden war befand sich ein dreifärbiges Baby Kätzchen mit blauen Augen und Minibüschelchen an den Ohrenspitzen. Meine Minki.

Mein Vater nannte das süßeste aller Kätzchen immer nur „Minki, du blödes Luder“. Das hing wahrscheinlich mit dem ersten Stunt den sie lieferte zusammen. Am Tag eins ihres Aufenthalts in Hautzenbichl – wie gesagt sie war noch ein Baby – entkam sie und erklomm den höchsten Baum unseres Gartens – den Kirschbaum – der Jahre später einem Blitzschlag zum Opfer fiel.

Es war spät nachts und ich schlief schon. Durch nichts konnte man Minki dazu bewegen, den Baum wieder herunter zu klettern. So zwang die Linde den Tankred um Mitternacht den Kirschbaum zu besteigen um Minki zu „retten“. Beide hatten wohl echt Schiß vor dem Drama am nächsten Morgen, sollte Minki nicht in ihrer Schuhschachtel schnurren. Zu recht.

Das 20. Kapitel folgt am 29. Juni 2020!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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