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17 Jun

Hotel Hautzenbichl 16

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

16. Kapitel

Aber der nächste Schlag gegen meine Gesundheit ließ nicht lang auf sich warten. Im Herbst 1972 erkrankte ich immer wieder. Fieber und ständige Rückenschmerzen plagten meinen kindlichen Körper. Der Killer meiner Großmutter – wir erinnern uns an die legendäre rothaarige Josefine – stand permanent auf der Matte, mein Zustand verschlechterte sich. Rippenfellentzündung lautete seine Diagnose. Er war einfach ein schlechter Arzt – ich fand ihn obendrein noch äußerst unsympathisch. Allerlei Medikamente wurden in mich hineingestopft.

Am 23. Dezember 1972 abends – ich befand mich in einer Art Delirium – nicht mal mehr die Barbapapas konnten mich erheitern – reichte es meinem Vater – er schnappte mich, verfrachtete mein fragiles Körperchen in den brandneuen gelben Mazda (das fahrende Postkastel – Zitat Linde) und brachte mich ins LKH Knittelfeld. Ein beeindruckendes Gebäude, einem Schlösschen mit Seitenflügeln nicht unähnlich. Als er mich die Freitreppen hinauftrug, begegnete er dem Primarius des Spitals, einem ehemaligen Schulkollegen aus Seckau, der gerade am Heimweg war. Er erbot sich, mich persönlich zu untersuchen.

Ich erinnere mich noch an ein kahles Zimmer mit einem Stahlrohrbett (der 2. Weltkrieg war ja noch nicht mal 30 Jahre vorbei) auf das man mich legte. Der Primarius tastete meinen Bauch ab, hätte ich das Wort „Fuck“ damals schon zu meinem Sprachschatz gezählt – wäre es lautstark von meinen Lippen gesprungen – so begnügte ich mich mit einem qualvollen Jammerlaut. Nach etwa einer Minute statuierte er: „Blinddarmdurchbruch – mindestens schon vor sechs Stunden – sofort in den OP!“ Ich machte die wunderbare Erfahrung meiner ersten Narkose, an die ich mich noch gerne und voll innerer Sehnsucht erinnere.

F..k the Appendix

Lachgas hieß das Zauberwort. Ich musste von zehn rückwärts zählen – bei sieben machte sich ein wunderbar leichtes, beschwingtes Gefühl breit, das bei vier förmlich in Euphorie überschwappte – weiter kam ich nicht mehr. Das war der Moment – wie ich später analysieren sollte – der den Grundstein zu meiner Affinität zu „Drogen aller Art“ legte.

Das 17. Kapitel folgt am 20. Juni 2020!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat!

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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