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14 Nov

Hotel Hautzenbichl 156

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

Letztes Kapitel

Ein Anruf in der Steiermark war fällig, um heraus zu finden, wann meine Erzeuger mich aus Wiener Neustadt abholen wollten. Ich wählte wieder 03512/2330. Linde hob ab und schrie mich sofort an. Das war jetzt nicht unüblich oder verwunderlich, ich stellte mir lediglich die Frage, was ich nun wieder verbrochen hatte. Sie hätte mich nun schon hunderte Male angerufen und ich hätte nicht abgenommen und die lustige Witwe wäre auch nie zu Hause gewesen um ihre Anrufe entgegen zu nehmen. Sie dachte schon es sei mir weiß Gott was zugestoßen. Na ja – zugestoßen war mir allerdings durchaus häufiger was in diesen drei Tagen. Ich entgegnete, ich hätte ihr doch mitgeteilt, dass ich meine Matura feiern würde. Ich wusste nur nicht, dass es drei Tage dauern würde und sie solle sich abregen und nicht so ein Scheiß Drama machen. Außerdem würde ich in wenigen Wochen für immer nach Wien ziehen und sie solle sich nun ein für alle Mal abschminken, mich ständig kontrollieren zu können.

03512/2330

Am 1. Juli begann mein Ferien Job bei Benetton. Linde, die Jahre davor einen ungarischen Kurschatten aufgerissen hatte, der irgendwie mit Immobilien und was weiß ich noch herum mauschelte, hatte über ihn eine Wohnung in Wien für mich aufgerissen. Blind – ohne das Teil jemals gesehen zu haben. Das würde sich auch noch als eine zartbittere Überraschung entpuppen.

Der Typ sollte übrigens Jahre später im selben Haus wie ich wohnen. Er spionierte mir ständig nach – im Auftrag meiner Mutter. Als ich meinen Mann, den Chefredakteur kennenlernte, seines Zeichens Motorjournalist, der ständig die Testautos wechselte, meinte er wohl zur Linde jetzt sei Vorsicht geboten, da ich offensichtlich mit einem polnischen Autoschieber liiert sei.

Am nächsten Tag holten mich Linde und Tankred bei der lustigen Witwe ab. Ich hatte meine drei Köfferchen gepackt, vor die Tür gewuchtet und mich tränenreich von der lustigen Witwe verabschiedet. Der Tankred belud den bahia-beigen Audi, ich drehte mich vom Rücksitz noch einmal um und schaute beim Heckfenster hinaus, um ihr ein letztes Mal zuzuwinken. Ich sollte sie nie wieder sehen. Der Tankred bog auf die Neudörfler Hauptstraße, die in die Ungar Gasse mündet, die ich hunderte Male gestoppt war und zwar in beide Richtungen, ein. Immer gerade aus. Danach links an „der Allzeitgetreuen“ Militärakademie vorbei und auf die Auffahrt zur Autobahn, von wo man noch einen Blick auf die Schule erhaschen konnte.

Dieser Abschnitt meines Lebens war nun abgearbeitet. Einerseits hatte er sich äußerst schwierig und anstrengend gestaltet, andererseits hatte ich es ab einem bestimmten Zeitpunkt geschafft mir die Stadt und das Leben dort zu meinen Geliebten zu machen. Zumindest hat mich mein Leben dort in vieler Hinsicht intensiv geprägt, aber auch abgehärtet, was in Anbetracht dessen, was mich in Wien erwarten sollte durchaus notwendig war. Für mich war die Zeit in Wiener Neustadt die Vorstufe auf das „richtige“ Leben.

Arrivederci

Ich erkannte aber auch folgendes: Mit dem Hotel Hautzenbichl verhält es sich ähnlich wie mit dem Hotel California: „You can check out anytime, but you can never leave.“ Oder anders gesagt: „The girl can leave Hotel Hautzenbichl, but Hotel Hautzenbichl will never leave the girl.“ Wir freuen uns auf die spannenden Abenteuer im „Hotel Tout Vienne“. Eines kann ich versprechen, sie werden wesentlich würziger werden!

„Hotel Tout Vienne“ folgt in Kürze!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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