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11 Nov

Hotel Hautzenbichl 155

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

155. Kapitel

Wir beschlossen an den Neufelder See zu fahren, das Wetter war absolut fantastisch, daher sah ich keine Veranlassung in der Stadt herum zu schwitzen. Hemi 4 fuhr ebenso wie seine Brüder Citroen. Am Weg zum Auto eilte ich noch zu Schöps um einen Bikini zu kaufen, da ich die Abfahrt auf keinen Fall mit einem Stop Over in der Wohnung der lustigen Witwe verzögern wollte, um dort zwischen meinen anderen Klamotten einen meiner Bikinis zu suchen. Badetücher hatten wir aus der Wohnung mitgenommen, blieb nur noch der Einkauf von Alkohol, Chips und Zigaretten zu erledigen.

Hemi 4 hatte offenbar mit Freunden, die ein Haus am See besaßen vereinbart, dass wir zu erwarten seien. Nachdem die alle reich waren, handelte es sich selbstverständlich um eine fette Villa. Die Strandparty konnte beginnen. Die hatten damals schon eine Anlage, mit Outdoor-Boxen. Traumhaft. Wir soffen, rauchten, kifften und tanzten in der Sonne. Es war ein wenig Ibiza im Burgenland. Wenn uns zu heiß wurde sprangen wir ins Wasser. Außer mir war noch ein anderes Mädchen vor Ort, sonst allerdings nur Jungs. Sechs oder sieben. Ich kannte vier davon. Die Party dauerte bis in die frühen Morgenstunden.

Die Morgensonne, oder viel mehr die Mittagssonne weckte mich. Ich war ein wenig desorientiert. Ich wusste nicht wo ich mich befand und wie ich hierher gekommen war. Ich lag im grünen Gras. Rechts von mir konnte ich Wasser ausnehmen. Mein Blick war etwas trüb. Ich hatte meine Kontaktlinsen schon den dritten Tag an. Links von mir konnte ich ein Haus ausnehmen. Mit Schrecken stellte ich fest, dass ich nackt war. WTF hatte ich meinen Bikini verloren – und wo trieb sich der Rest der Partygäste herum? War die Party schon vorbei?

Langsam rappelte ich mich auf und begann frenetisch meinen Bikini zu suchen. Ich entdeckte ihn zwischen den Geranien und Begonien. Wie war der da hingekommen? Ich hatte absolut keinen Schimmer. Ich fühlte mich pappig und überall an mir klebten Grashalme. Ich bin kein besonderer Fan von Gras. Mein Gehirn funktionierte nicht richtig. Okay – erstmal Bikini anziehen, dann in den See springen und untertauchen um den Naturdreck von mir abzuwaschen. In Super Zeitlupe gelang es mir, diese beiden selbstgestellten Aufgaben zu lösen. Ich setzte mich auf den Steg und ließ mich in der Sonne trocknen. Danach beschloss ich die anderen zu suchen.

Ich trat durch die geöffnete Terrassentür und da lagen sie auch schon über das ganze Wohnzimmer lose verstreut, schnarchend und stinkend herum. Ich dachte, es wäre nicht falsch mal was zu essen, das letzte Ereignis dieser Art hatte vor drei Tagen stattgefunden. Ich arbeitete konsequent an einem Hungerödem. Vorsichtig und sanft weckte ich Hemi 4. Sein Mundgeruch gestaltete sich epochal. Als hätte ihm ein armenischer Grenzsoldat ins Maul geschissen. Ich wich angewidert zurück. Fast hätte ich mich übergeben. Wäre wahrscheinlich nur Wodka oder Tequila raufgekommen.

Meine Idee Frühstück zu machen, traf auf allgemeinen Zuspruch. Nur wer sollte diesen Einfall umsetzen. Ich war dafür zumindest nicht wirklich geeignet. Das Mädel – ich kann mich an ihren Namen beim besten Willen nicht mehr erinnern – klinkte sich hier auch aus. Nach endlosen Diskussionen übernahmen das letztendlich die Jungs. Ausgezeichnet. Ich schlug vor, wir könnten das Frühstück in einen Sektbrunch umwandeln. Und siehe da, irgendwo in dieser Villa fanden sich einige Flaschen Champagner. Ja – das gute Zeug.

Ich war nun bereit dort einzuziehen und den Rest meines Lebens da zu verbringen. Das war leider nicht realisierbar, da die Eltern der Villenkinder gegen Abend zurückkehren sollten. Das feuchtfröhliche Frühstück dauerte dann noch bis in den mittleren Nachmittag hinein und wäre beinah wieder in eine Strandparty entglitten, wären da nicht die Villeneltern gewesen, die offenbar etwas früher als vermutet heimkehrten. Die Villenmama fuhr beinah ein Aneurysma ein, als sie das Ausmaß der Verwüstung erkannte. Der Villenpapa war in eine seltsame Starre geraten. Jetzt wäre der Zeitpunkt gewesen sich still und heimlich vom Acker zu machen.

Aber nein, mein angeborenes Pflichtbewusstsein bot an, beim Aufräumen zu helfen. Hemi 4 warf mir giftige Blicke zu. Er war wohl eher einem französischen Abschied zugeneigt gewesen. Nichtsdestotrotz halfen wir dann alle das größte Chaos zu beseitigen und Villenmama und Villenpapa waren wieder einigermaßen versöhnt. Hemi 4 und ich befanden, wir könnten am Heimweg noch im Akademiebad vorbeischauen um eventuell irgendwelche Freunde zu treffen. Gesagt, getan.

Natürlich trafen wir eine ganze Runde von Leuten, die anschließend gerne noch in die scheiß-geile Hemi 4 Wohnung mitkamen um ein wenig meine bestandene Matura zu feiern. Auch diese Party endete erst des Morgens, wieder mit einem massiven Hangover. Das war der Zeitpunkt, wo ich beschloss, doch mal in die Wohnung der lustigen Witwe zurück zu kehren. Natürlich traf ich sie nicht an, war wohl bei einem ihrer ständig wechselnden Lover. Es sei ihr vergönnt gewesen.

Das 156. und damit letzte Kapitel folgt am 14. November 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
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Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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