Featured Posts

The winner is: Urban Decay!
Liebe LeserInnen, gleich zu Beginn: Ihr könnt gewinnen, und zwar Lippenstifte von Urban Decay – und wie es funktioniert findet ihr am Ende des Posts raus!
View Post
Fashion Trends A/W 16/17
View Post
Vienna Fashion Week – Favorites
Die Vienna Fashion Week hat wieder begonnen, und wir stellen euch hier ein paar unserer Favoriten vor. Seid ihr diese Woche auch bei einer der Shows beim Museumsquartier dabei?
View Post
To top
14 Jun

Hotel Hautzenbichl 15

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

15. Kapitel

Einige Tage später reisten meine Tante Roswitha, ihr Mann der Onkel Heinz und meine Cousine Tanja – sie war noch sehr klein und keine geeignete Spielgefährtin – an. Onkel Heinz betrieb eine Spedition und damals fuhren die noch mit den LKWs nach Saudi Arabien, Irak und in den Iran. Das war auch recht abenteuerlich. Der Bruder von Roswitha, mein Onkel Louis begleitete die Familie. Er arbeitete für British Leyland und trieb sich häufig in UK rum.

Der Alkohol floss in Strömen – unsere Familie neigt zum Saufen. Heinz und Louis zogen sich enge, rot-weiß gestreifte Badekostüme mit langen Beinen und Ärmeln an und hampelten in diesem Aufzug am Strand rum. Am nächsten Morgen – Christiane, Linde und Roswitha bereiteten das Frühstück zu, saßen die beiden immer noch saufend am Küchentisch.

Mortadella

Mein persönliches Highlight war, als sie sich Mortadella Blätter auf die haarige Brust klatschten und dazu italienische Schlager und Volkslieder, wie beispielsweise „Volare“ oder „Funiculì, Funiculà“ performten. Linde – sie neigte immer schon dazu, ein strenges Regiment zu führen – fand das überhaupt nicht lustig. Ich schon.

Abgesehen von diesen legendären Besäufnissen – schade dass ich noch klein war und nicht mitpartizipieren konnte – bescherte mir dieser Kuraufenthalt drei Paar wirklich geile Schuhe. Sandalen natürlich – es war ja Sommer. Alle „Pelle Vera“. Das eine Paar war ein Hauch aus silbernen Riemchen und hatte vorne einen dreieckeigen Strassbesatz (ähnlich wie der Kopfschmuck indischer Elefanten), das andere Paar war aus goldenen Riemchen gefertigt und an der Spitze prangte eine große goldene Blüte. Der OP-Art Stil der siebziger Jahre definierte das verbleibende Paar Schuhe. Knallroter Lack in Kombination mit beigem Rauleder. Très Chic! Vorne geschlossen, hinten mit Riemen und dem signifikant klobigen Absatz dieser Zeit.

Ein Traum der in Knittelfeld niemals in Erfüllung hätte gehen können. Das Angebot dort war mehr auf Gesundheitsschuhe in diversen Varianten abgestimmt. Keine davon attraktiv. Dafür hatte ich schon mit drei+ kein Verständnis. Ich hätte mehr unter hässlichen Schuhen gelitten als an den Blasen, die ich mir von den schicken geholt hätte. Das ist auch heute noch so. Zurückblickend war ich mit der Ausbeute des Kuraufenthaltes in Caorle sehr zufrieden.

Das 16. Kapitel folgt am 17. Juni 2020!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

No Comments

Leave a reply