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23 Okt

Hotel Hautzenbichl 149

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

149. Kapitel

Danach schritt die Fertigstellung der Vampir Jacke glücklicherweise recht hurtig voran, bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Kargen aufgesetzt werden sollte. Damit das Teil nicht in sich zusammensackte, musste ich eine ziemlich steife und somit auch recht dicke Einlage verwenden. Was zur Folge hatte, das auf Grund des Gewichtes der Kragen nicht stylisch hochstand und den Hinterkopf umschmeichelte, wie etwa bei Nosferatu, sondern immer wieder nach rückwärts umkippte. Problematisch. Und ich hatte keine Ahnung, wie ich diesen Missstand beheben könnte. Ab zu Pony.

Sie seufzte: „Was musst du auch immer so komplizierte Sachen entwerfen…“ „Ja, weil ich ein sich selbst überschätzender Volltrottel bin“, lief es kursiv an meinem Scheitellappen, er ist für räumliches Denken verantwortlich und war wohl während der Anfertigung des Entwurfs auf Urlaub, vorbei. Ich war immer schon großartig darin, mich selbst zu ficken. Ponys Empfehlung lautete dahingehend, die Kragenansatzkante zusätzlich mit Einlage zu verstärken und während der Befestigung des Kragens diese einzuhalten, den Kragen jedoch zu dehnen. Nach viel Herumgepfusche gelang das auch irgendwie. Eigentlich hätte es Stahltraversen bedurft um diesen vermaledeiten Kragen aufrecht stehen zu lassen. Kurzzeitig überlegte ich ins Baugewerbe zu wechseln. Am Ende schaffte ich es dennoch den ersten Kreis des Infernos, nämlich die Vorhölle zu überstehen, das Portal ins Licht zu finden und die „Jacke des Bösen“ rechtzeitig fertig zu stellen.

Nächste Verschnaufpause. Sie sollte uns zur Vorbereitung auf die mündliche Matura dienen. Ich fühlte durchaus schon eine gewisse Kurzatmigkeit, daher nutzte ich sie hauptsächlich zum Verschnaufen. Mündlich trat ich wiederum in Englisch, Deutsch und Geschichte der Mode an zusätzlich mussten wir in den fachlichen Gegenständen Textilchemie und Werkstätte die Reifeprüfung ablegen. Exakt eine Woche vor der Matura begann ich für diese beiden Fächer zu lernen. In den anderen Gegenständen verließ ich mich auf meinen Charme.

Das gestaltete sich so: Ich saß von morgens bis abends am Schreibtisch in meinem Zimmer bei der lustigen Witwe. Vor meinem Schreibtisch befand sich eine weiße Wand, auf die ich starrte. Ich muss erwähnen, dass ich über ein relativ ausgeprägt fotografisches Gedächtnis verfüge, das jedoch nur über kurze Zeiträume aktiviert werden kann. So sah ich mich gezwungen, mir den Stoff von fünf Jahren Textilchemie und Werkstätten Theorie in einer Woche ins Hirn zu prügeln, um ihn anschließend bewusst wieder zu vergessen. Ich wählte folgende Verfahrensweise: Kapitel durchlesen, auf die weiße Wand starren – fiktive Gallery App (=fotografisches Gedächtnis) aktivieren – ablesen – und laut wiederholen. Ich kam mir dabei ziemlich komisch vor – aber es wirkte. So verbrachte ich diese letzte Woche vor dem apokalyptischen Auftritt.

Das 150. Kapitel folgt am 26. Oktober 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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