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8 Okt

Hotel Hautzenbichl 144

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

144. Kapitel

Aber es gab auch positive Entwicklungen in diesem Jahr 1986. Schon im Jänner schlägt Michael Gorbatschow den westlichen Nationen vor, doch ein für alle Mal das blöde Wettrüsten sein zu lassen, aber vor allem bis zum Jahr 2000 die Welt von Kernwaffen zu befreien. Dieses Memo dürfte wohl nicht alle erreicht haben. Man sollte es unbedingt nochmals nach Nordkorea schicken, die Amis, Russen und Konsorten müsste man wahrscheinlich ebenfalls ein weiteres Mal erinnern.

Nichtsdestotrotz werkelte Herr Gorbatschow – er durfte sich seit dem 11. März 1985 Generalsekretär der KPdSU nennen – angestrengt weiter, rührte im Kreml kräftig um und forderte „Glasnost“ (Rede-, Meinungs- und Pressefreiheit in der Sowietunion) und schrie lautstark nach „Perestroika“ (Umstrukturierung). Beide Begriffe erfuhren zu dieser Zeit förmlich einen Overkill, man konnte sich ihnen kaum entziehen.

Heute sind sie leider vollkommen in Vergessenheit geraten, was durchaus an diesem Ex-KGB Giftzwerg liegen könnte, der sich gerne mit nackten Oberkörper in martialischer Pose auf weißen Rössln fotografieren lässt. Grundsätzlich sind ihm Regime Gegner nicht so willkommen. Diese werden gern vergiftet (sollten sie es überleben, müssen sie dann monatelang mittels des britischen Gesundheitssystems wieder aufgepäppelt werden) oder traditionsgemäß irgendwo nach Sibirien verbannt, wo sie eine Twitter, Facebook, Tik Tok, Instagram und Snapchat Kastration erleiden und wahrscheinlich in Bleiminen malochen müssen. Nicht lieb!

Der gewaltigste Vorfall dieses Jahres ereignete sich jedoch an einem Ort, den bis dato niemand kannte. Dieses eher unbedeutende, jedoch bis zum 26. April 1986 wahrscheinlich durchaus beschauliche Städtchen in der Ukraine namens Tschernobyl, beherbergte eine nicht ganz ungefährliche Besonderheit. Nämlich ein kleines, aber feines Atomkraftwerk. Alles lief wunderbar, bis an besagtem Tag um 1.23h der Block 4 des Kernkraftwerks explodierte. Wikipedia weiß dazu folgendes: Durch die am 25. April begonnene Simulation eines vollständigen Stromausfalls kam es auf Grund schwerwiegender Verstöße gegen die Sicherheitsvorschriften sowie der bauartbedingten Eigenschaften des graphitmoderierten Kernreaktors  zu einem unkontrollierten Leistungsanstieg, der zur Explosion des Reaktors und zum Brand des als Moderator eingesetzten Graphits führte. Die so in die Atmosphäre gelangten radioaktiven Stoffe, kontaminierten infolge radioaktiven Niederschlags hauptsächlich die Region nordöstlich von Tschernobyl sowie durch Windverfrachtung viele Länder in Europa.

Dazu muss man sich verinnerlichen, dass die Luftlinie zwischen Wien und der Katastrophenregion nur 1044 Kilometer (Pi mal Daumen Wien – Toscana, kann man locker an einem Tag mit dem Auto zurücklegen) beträgt. Diese nukleare Katastrophe bewog mich dazu, meinen „Atomkraft – Nein Danke“ Button wieder hervorzukramen und auf meine Jeansjacke zu stecken. Die Linde ging eine Zeit lang nicht mehr Schwammerl suchen, aber so alles in allem haben wir auch diesen Zwischenfall, der auf der siebenstufigen internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse als erster in die höchste Kategorie (INES7) eingestuft wurde, doch recht proper überstanden. Es wird einfach immer viel zu viel herum lamentiert – was ist denn schon ein Reaktor Unfall.

Das 145. Kapitel folgt am 11. Oktober 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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