Featured Posts

The winner is: Urban Decay!
Liebe LeserInnen, gleich zu Beginn: Ihr könnt gewinnen, und zwar Lippenstifte von Urban Decay – und wie es funktioniert findet ihr am Ende des Posts raus!
View Post
Fashion Trends A/W 16/17
View Post
Vienna Fashion Week – Favorites
Die Vienna Fashion Week hat wieder begonnen, und wir stellen euch hier ein paar unserer Favoriten vor. Seid ihr diese Woche auch bei einer der Shows beim Museumsquartier dabei?
View Post
To top
5 Okt

Hotel Hautzenbichl 143

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

143. Kapitel

Aber zurück in die Modeschule. Die Tage nahmen ihren Lauf, in Kürze fanden wir uns in der täglichen schulischen Tretmühle wieder. Meine Beziehung zu Christos plätscherte weiter ereignislos vor sich hin. Ich fuhr nun häufiger mit Freunden aus Wiener Neustadt nach Wien und ließ Christos einfach darüber im Dunklen. Eines Tages machte er mir jedoch einen interessanten Vorschlag. Wir könnten nach meiner Matura, also Ende August den ganzen September über nach Südamerika fliegen. Meine Achtung ihm gegenüber stieg in der Nanosekunde um mindestens 12,6 Punkte. Ich begann umgehend damit einen Finanzierungsplan zu erstellen.

Der sah so aus: Meine Schwiegermutter in spe war gut mit dem Besitzer eines Benetton Franchise Unternehmens befreundet. Die Shadow OHG betrieb unter anderen Benetton Shops im ersten Wiener Gemeindebezirk. Ich trapste nach Wien um mich vorzustellen und wurde auch aufgenommen, wahrscheinlich Dank des Vitamin P der Schwiegermutter in spe. Man teilte mir mit, ich könne am ersten Juli zu arbeiten beginnen, am 31. August würde das Arbeitsverhältnis enden. Der Verdienst für diese beiden Monate würde unter Berücksichtigung diverser Remunerationen über 20.000 Schilling betragen. Das klang doch durchaus vielversprechend. Der Urlaub war finanziert. Christos war es gelungen seinen Langweiligkeitsfaktor zumindest vorübergehend zu evaluieren.

South America – ich komme! Aber zuvor galt es, mich noch mit der Schule abzuquälen. Die Fächer Buchhaltung und Volkswirtschaftslehre bei Monsieur Toupet mussten positiv abgeschlossen werden – das sollte mit ein wenig Anstrengung zu bewältigen sein. In Werkstätte lief es eigentlich recht geschmeidig. Mathe war aus meiner Einschätzung heraus auch zu schaffen. Der Rest stellte kein Problem dar. Man legte uns nahe, eine Entscheidung zu treffen, in welchen Gegenständen wir antreten wollten. Die Matura war wie gewohnt in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil gegliedert, dazu kam die fachliche Komponente, die aus Entwurf, Schnittkonstruktion und Modellarbeit, sowie Textilchemie und letztendlich der Fertigung des Werkstücks bestand. Wir mussten auch noch die Kosten kalkulieren, dabei handelte es sich eher um eine Milchmädchen Rechnung. All das übten wir in diesem Schuljahr.

Endlich nahten die Weihnachtsferien, was das Ende der Phase 1 des Matura Jahres definierte. Ein wenig Erholung hatte ich ohnehin dringend nötig. Zu diesem Zeitpunkt war ich in allen Fächern positiv – kein Grund zu irgendwelcher Panik. Kurz vor Silvester erstarrte die Nation jedoch abermals, als sich am Flughafen Wien Schwechat ein Attentat mit drei Toten und 40 Verletzten ereignete. Noch am selben Tag fand auch am Aeroporto Roma Fiumicino ein Anschlag mit 16 Toten und 80 teils Schwerverletzten statt. Kein schöner Start ins Jahr 1986.

Das 144. Kapitel folgt am 8. Oktober 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

No Comments

Leave a reply