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26 Sep

Hotel Hautzenbichl 140

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

140. Kapitel

Das letzte Jahr Wiener Neustadt inklusive Modeschule lag vor mir – danach die große Freiheit. Oder so stellte ich mir das zumindest vor. Die leidliche Hürde der Matura galt es im Endspurt ebenfalls noch zu überspringen. Es ist September 1985. Das Wrack der Titanic wurde soeben entdeckt. Diese Meldung nahm ich hin, nichtsahnend, dass ich 1998, semi-schwanger, stundenlang im Kino sitzen und den frostüberzogenen Leonardo beobachten würde, wie er der vor Kälte klirrenden Kate mit den letzten pfeifenden Atemzügen seine Liebe gesteht. Ein großes Epos. Da kommt nur noch „Pretty Woman“ ran, auch vor Schmalz triefend, aber wesentlich billiger in der Produktion.

Übrigens wurde im Juli dieses Jahres das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior von Agenten des französischen Geheimdiensts im Hafen von Auckland versenkt. Das mit dem Umweltschutz und so, fanden Regierungen zu dieser Zeit noch nicht so leiwand. Um diese Gedanken in deren Hirne zu hämmern musste man sich an Gleise ketten, sich auf Startbahnen legen und noch allerlei andere halsbrecherische Aktionen riskieren. Sich mit Cops zu prügeln, mit Wasserwerfern und Tränengas zu spielen, waren nur einige davon. Außerdem war es dringend von Nöten dem „Waldsterben“, das eins zu eins mit dem „sauren Regen“ einherging, Einhalt zu gebieten. Das sollte sich eigentlich recht einfach lösen lassen, indem man den Schwefel aus dem Sprit löste. Alter, hat das gedauert, bis es endlich durch war.

Ich kann mich eigentlich nicht mehr so genau erinnern, was in diesem Schuljahr sonst noch so alles passiert ist, das eigentliche Großereignis war sicher die Matura im Folgejahr 1986. Mein Vater erlaubte mir in der allerersten Schulwoche, sie begann am Mittwoch, mit dem Auto nach Wiener Neustadt zu fahren, sprich dem bahia-beigen Audi. Yipppie! Also warf ich am Dienstag am späten Nachmittag die Motoren an und steuerte mit einem Kofferraum voller Klamotten und Kosmetik meinem Zimmerlein bei der lustigen Witwe entgegen. Natürlich wurde mir aufgetragen, sofort bei meiner Ankunft telefonisch Bericht zu erstatten, was ich auch tat.

Die lustige Witwe war ob meiner Ankunft hocherfreut und physisch vor Ort, was zu einem heftigen Saufgelage und der Vernichtung von unzähligen roten Marlboro führte. Wir verstanden uns ja immer blendend. Am nächsten Morgen fuhr ich mit dem Auto und einer sachten Restfettn zur Schule. Das war soviel schärfer als den öden Bus zu benutzen. Angekommen in der Bräunlich Gasse lenkte ich den bahia-beigen Audi durch die Einfahrt und wählte einen Parkplatz direkt neben Ponys alten dunkelroten Lada (hätte auch ein Original Tschechischer Skoda sein können – ich muss sie mal fragen). Im Vergleich dazu wirkte der Audi nahezu majestätisch. Ich grinste insgeheim in mich hinein.

Der Unterricht an diesem ersten Tag dauerte wie immer nur zwei oder drei Stunden, man überreichte uns einen vorläufigen Stundenplan und die Lehrerschaft heizte schon mal die Furcht vor der Matura ordentlich an. Das Ziel war uns umfassend zu verunsichern, Selbstzweifel zu schüren und uns jeglichen Optimismus zu nehmen, jemals die Reifeprüfung zu bestehen. Diese Vorgangsweise wurde im zweiten Semester durch Lob, Motivation und Unterstützung ersetzt. Man griff sozusagen auf die altbewährte „Zuckerbrot und Peitsche – Methode“ zurück. Funktioniert fast immer. Zumindest verließ ich weit weniger enthusiastisch das Schulgebäude. Nächster Stopp Witetschka, dort traf ich mich mit Goldie und den Rest der Wiener Neustädter Schülerschaft. Auf Alkohol musste ich leider verzichten, da ich ja mit dem Audi unterwegs war. Alternativ ließen wir uns mit Cola voll laufen.

Das 141. Kapitel folgt am 29. September 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
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Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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